Newsletter Standardisierung und Erschliessung

Nr. 13, März 2010


Editorial

Vom 15. bis 18. März 2010 treffen sich Kolleginnen und Kollegen zum 4. Leipziger Kongress für Information und Bibliotheken, um sich über Entwicklungen und Trends im beruflichen Umfeld zu informieren. Wir möchten Ihnen schon vorab einen Überblick über die verschiedenen Aspekte der bibliothekarischen Standardisierung und Erschließung geben und Sie dazu einladen, unsere Veranstaltungen in Leipzig zu besuchen oder einfach am Stand der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) mit uns zu diskutieren. Sollten Sie nicht in Leipzig dabei sein, freuen wir uns auch über Ihre Anregungen oder Kommentare an afs@d-nb.de.


Unsere Themen

Pfeil SprungmarkeRDA Update Forum
Pfeil SprungmarkeRDA in Europe: making it happen!
Pfeil SprungmarkeNeues von MARC 21 und MARBI
Pfeil SprungmarkeTreffpunkt Standardisierung
Pfeil SprungmarkeNormdatenanwendertreffen
Pfeil SprungmarkeDNB bietet Normdaten kostenfrei an
Pfeil SprungmarkeISBD Review Group tagte in der Deutschen Nationalbibliothek
Pfeil SprungmarkeEindrücke von der 11. internationalen ISKO-Konferenz in Rom
Pfeil SprungmarkeNeue DIN-Umschriftnormen erschienen
Pfeil SprungmarkeYear of Cataloguing Research
Pfeil SprungmarkePETRUS - Prozessunterstützende Software für die digitale Deutsche Nationalbibliothek
Pfeil SprungmarkePersonelles

RDA Update Forum

Während des Midwinter Meeting der American Library Association (ALA) vom 14. bis 19. Januar 2010 in Boston, Massachusetts, hat wie bereits bei den vorigen ALA-Konferenzen ein RDA Update Forum stattgefunden, das erwartungsgemäß wieder sehr gut besucht war. Troy Linker, Director, ALA Publishing Technology, präsentierte dort in einer Live-Vorführung das "RDA Toolkit", wie das Produkt jetzt offiziell heißt. Das RDA-Toolkit ist ein browser-basiertes Web-Interface, das neben dem reinen Regelwerkstext zahlreiche Dokumente, Mappings und Schulungsmaterialien enthält. Es handelt sich dabei nicht um einen Katalogisierungsclient.

Ebenso gespannt wie auf die Vorführung des Toolkits war das Publikum auch auf die Bekanntgabe der Preisstrukturen. Don Chatham, Associative Executive Director, ALA Publishing, informierte über die Preise für den US-amerikanischen Markt. Alle anderen Preise, auch geplante Sonderpreise für Lehrende bzw. Bibliotheksschulen sollen demnächst mitgeteilt werden. Wenn das RDA-Toolkit im Juni 2010 erscheint, soll es weltweit einen kostenfreien Zugriff darauf bis zum 31. August für jeden geben. Es besteht darüber hinaus die Möglichkeit zu einem weiteren kostenlosen 30-tägigen Testzugriff auf Anfrage.

Beacher Wiggins, Library of Congress, berichtete über die Planungen für den gemeinsamen koordinierten Test der RDA-Anwendung, der in den USA mit 24 Testpartnern im Juni 2010 beginnt. Die Library of Congress ist dabei Ansprechpartner für inhaltliche Fragen sowie Host für alle RDA-Testdaten.

Sally McCallum, die an der Library of Congress das Network Development and MARC Standards Office (NDMS0) leitet, stellte eine Übersicht über die neuen MARC-Felder in RDA vor, mit Schwerpunkt auf den Bereichen: content, media und carrier type, attributes of names and resources sowie relationships (App. I, J, K). (siehe auch http://www.loc.gov/marc/RDAinMARC29.html)

Über die Arbeiten, die OCLC derzeit durchführt, um die Test-Bibliotheken in den USA bei ihrem Test zu unterstützen, sprach Glenn Patton. OCLC hat dabei eng mit der Library of Congress, der National Agricultural Library und der National Library of Medicine zusammengearbeitet. Besondere Beachtung wurde dabei den Aspekten Erstellung von RDA-MARC-21-Datensätzen in Connexion, Funktionsweise der RDA-Datensätze an allen Schnittstellen sowie Funktionsweise der RDA-Datensätze im Rahmen des Batchloading gewidmet. Auch das Cataloging Services Team von OCLC wird an dem Test teilnehmen, dabei werden die RDA-Testdatensätze live in WorldCat eingegeben. Die dazu erforderlichen MARC-21-Änderungen sollen im Mai umgesetzt sein.

Weiterführende Informationen

RDA in Europe: making it happen!

Bei einem Treffen der European RDA Interest Group (EURIG) am Rande des ALA Midwinter Meeting planten die anwesenden Mitglieder die Durchführung des "EURIG-JSC Seminar on RDA - RDA in Europe: making it happen!" das am 8. August 2010 - einen Tag vor Beginn der IFLA-Konferenz in Göteborg - in der Königlichen Bibliothek in Kopenhagen stattfinden wird. Bei dieser Veranstaltung wird es um alle Aspekte einer RDA-Einführung in europäischen Bibliotheken gehen. Für das Programm sind folgende Themen vorgesehen: Hintergrund und Kontext der RDA, eine Präsentation des RDA-Toolkits, die Vorstellung der nicht-anglo-amerikanischen Perspektive, Aspekte von Übersetzungen in andere Sprachen, Implementierungspläne und die zukünftige Entwicklung des Regelwerks.

Weiterführende Informationen

Neues von MARC 21 und MARBI

Im Rahmen des ALA Midwinter Meeting in Boston, Massachusetts, hat auch das Machine-Readable Bibliographic Information Committee (MARBI) getagt, an dem auch diesmal wieder Reinhold Heuvelmann als Vertreter der deutschsprachigen Bibliotheken teilgenommen hat. Neben einigen Detailfragen standen auf der Tagesordnung weitere Ergänzungen im Format MARC 21 für die erste Implementierung von RDA, darunter neue Elemente zur Abbildung der Merkmale von Werken und Expressionen in den Feldern 046 und 380 bis 384. Dabei wurden auch Unterfelder $0 zur Verlinkung eingeführt. Ort und Zeit einer musikalischen oder filmischen Aufnahme wurden in den Feldern 033 und 518 ergänzt. Diskutiert wurde weiterhin die Möglichkeit, Uniform Resource Identifier (URIs) für kontrollierte Vokabulare in MARC abzubilden. Dazu wurde vorerst abschließend entschieden, keine offiziellen Formatelemente zu definieren, sondern innerhalb der bestehenden Unterfelder die Angaben in maschinell auswertbarer Form (z. B. in Spitzklammern) anzulegen. Alle bisherigen Ergebnisse der Arbeit der RDA/MARC Working Group sind in einer Zusammenfassung durch Sally McCallum unter dem Titel "RDA in MARC: Summary of Additions" auf der Website der Library of Congress veröffentlicht.

Die Abbildung eines "International Standard Name Identifier" (ISNI) wurde ebenfalls diskutiert. Hier erweist sich der Wunsch, einen ISNI in einem $0 "Authority Record Control Number" anzulegen, um ein Personenfeld zu ergänzen, ohne eine echte Datensatzverknüpfung zu bewirken, als Herausforderung an das MARC-Format.

Von deutschsprachiger Seite war das Discussion Paper No. 2010-DP01 "ISBD punctuation in the MARC 21 Bibliographic Format" auf die MARBI-Tagesordnung gesetzt worden. Motiviert ist das Papier von der Entscheidung, keine redundanten ISBD-Deskriptionszeichen in MARC zu verwenden, und von dem Ansatz, dies auch in MARC und jedem MARC-Datensatz zu dokumentieren, um in diesem Punkt auf Akzeptanz und Flexibilität bei den nehmenden Institutionen hinzuwirken. Vorgeschlagen wird ein neuer Code auf der Position 18 "Descriptive cataloging form" mit der Bedeutung "keine Interpunktionszeichen am Ende von Unterfeldern". Damit ist die Kombination mit dem Feld 040 "Cataloging Source" Unterfeld $e "Description conventions" möglich, in dem das verwendete Regelwerk bezeichnet wird. Bibliotheken, die nach RDA katalogisierte Informationen in MARC 21 strukturieren und transportieren und dabei keine redundanten Interpunktionszeichen nach der ISBD verwenden möchten, können auf der Satzkennung Position 18 den neuen Code verwenden und in 040 $e "rda" codieren. Das Papier wurde eingehend erörtert und führte zu interessierten Fragen nach der Praxis im deutschsprachigen Raum. Die aus unserem Ansatz resultierenden Fragen, besonders nach der zu geringen Granularität im Feld 245, wurden intensiv beleuchtet. Angemerkt wurde, dass der von uns vorgeschlagene Buchstabe "n" an anderen Stellen im Format "not applicable" bedeutet; hier wird ein anderer Code gewählt, z. B. "c". Um auf die Einführung der RDA vorbereitet zu sein, sollte die Formulierung, welche Bedeutung der neue Code hat, so weit wie möglich unabhängig von einer Aussage zur ISBD und zum verwendeten Regelwerk gefasst sein. Das Diskussionspapier wird dem üblichen MARBI-Vorgehen entsprechend fortgeschrieben in ein Proposal und zur ALA Annual im Juni 2010 in Washington, DC, erneut und dann zur endgültigen Abstimmung und Entscheidung auf der MARBI-Tagesordnung stehen.

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Treffpunkt Standardisierung

Wie in den Vorjahren lädt der Standardisierungsausschuss auch in diesem Jahr zum Treffpunkt Standardisierung ein. Die Veranstaltung, die im Rahmen des 4. Leipziger Kongresses Information und Bibliothek am Dienstag, 16. März 2010 von 9 - 11 Uhr im Saal 2 stattfinden wird, wird von Frau Dr. Silke Schomburg moderiert. Der Vorsitzende des Standardisierungsausschusses, Berndt Dugall, wird eingangs die Frage stellen "Was bringt uns die Internationalisierung der deutschen Standards?". Informationen aus erster Hand über den neuen Standard RDA wird der Vorsitzende des Joint Steering Committee for Development of RDA (JSC) Alan Danskin mit seinem Vortrag "A long and winding road: RDA from principles to practice" bieten. Die Deutsche Nationalbibliothek hat sich auch in diesem Jahr erfolgreich darum bemüht, diesen hochkarätigen Vertreter des JSC nach Deutschland einzuladen. Alan Danskin wird am Dienstagnachmittag von 14:00 bis 16:00 Uhr auch am Stand der DNB auf Ebene -1, Stand -10 Fragen zu RDA beantworten.

Direkt im Anschluss wird Christine Frodl, die an der DNB die Arbeitsstelle Regelwerke der Formal- und Sacherschließung sowie das RDA-Projekt leitet, mit "RDA 2010 - Stand und Ausblick" auf die Situation im deutschsprachigen Raum eingehen. Zum Abschluss der Veranstaltung werden Sarah Hartmann und Dr. Lars Svensson der Frage nachgehen, wie man "Mit RDA ins Semantic Web?" kommen kann.

Außerdem soll hier auf die Veranstaltung "Sacherschließung - zeitgemäß und zukunftsfähig" am Mittwoch, 17. März 2010 von 9 - 12 Uhr im Saal 1 hingewiesen werden. Dort geht es u.a. um "News about MACS", "CrissCross: Was bringt es dem Nutzer?", "Die RSWK-Revision vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen" oder "DDC: Aktualisierungen und andere neue Entwicklungen".

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Normdatenanwendertreffen

Im Rahmen des 4. Leipziger Kongresses für Information und Bibliothek findet wieder ein Normdatenanwendertreffen statt. Für die Veranstaltung, die am Montag, 15. März 2010 von 14 - 16 Uhr im Vortragsraum 10 stattfinden und von Barbara Pfeifer moderiert werden wird, sind folgende Vorträge vorgesehen:

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DNB bietet Normdaten kostenfrei an

Seit 1. März 2010 stellt die Deutsche Nationalbibliothek über ihre neue SRU-Schnittstelle alle Normdaten kostenfrei zur Verfügung. Die Daten können dabei in MARCxml oder MABxml-1 abgerufen werden.

SRU (Search / Retrieve via URL) ist ein standardisiertes Webservice-Protokoll, durch das Datenbanken im Internet abgefragt und die Ergebnisse der Suche in einem definierten XML-Format zur Verfügung gestellt werden können. Das SRU-Protokoll ermöglicht die gezielte Suche mit Hilfe von Suchindizes und Suchbegriffen und die Übernahme der entsprechenden Treffer in die eigene Umgebung.

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ISBD Review Group tagte in der Deutschen Nationalbibliothek

Vom 4. bis 6. Februar 2010 war die ISBD Review Group, eine Arbeitsgruppe der IFLA Cataloguing Section, zu Gast in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main. Ziel dieses sehr intensiven Arbeitstreffens war es, über noch offene Fragen der endgültigen Ausgabe der ISBD Consolidated zu diskutieren und die notwendigen Entscheidungen zu treffen. Nachdem 2007 die bis dahin in getrennten Editionen geführten unterschiedlichen ISBDs zu einer Preliminary consolidated edition zusammengeführt wurden, werden in der zweiten Stufe die Kommentare aus dem weltweiten Stellungnahmeverfahren umgesetzt, die in der Preliminary edition nicht berücksichtigt werden konnten. Außerdem wurden die ISBD-Regelungen mit den künftigen Regelungen der RDA soweit möglich harmonisiert und Inkonsistenzen beseitigt. Nachdem der Text der ISBD Consolidated ein letztes Mal überarbeitet ist, soll er Ende März in ein weltweites Stellungnahmeverfahren gehen. Nach Einarbeitung letzter Änderungen, die sich aus den Stellungnahmen ergeben, soll der Text dann Ende Juni dem Standing Committee der Cataloguing Section zur Genehmigung vorgelegt werden, damit die erste Consolidated edition der ISBD noch in diesem Jahr veröffentlicht werden kann.

Im Rahmen des Arbeitstreffens der ISBD Review Group nutzte Reinhold Heuvelmann die Gelegenheit, für das bei MARBI vorgelegte Discussion Paper No. 2010-DP01 "ISBD punctuation in the MARC 21 Bibliographic Format" zu werben.

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Eindrücke von der 11. internationalen ISKO-Konferenz in Rom

Die 11. internationale Konferenz der International Society for Knowledge Organization (ISKO) mit dem Thema "Paradigms and conceptual systems in knowledge organization" hat vom 23. bis 26. Februar 2010 in Rom stattgefunden. Ausgerichtet wurde sie von der italienischen Sektion der ISKO in Zusammenarbeit mit der philosophischen Fakultät der Sapienza-Universität von Rom, in deren Räumlichkeiten die Tagung stattfand. Die Organisation und Versorgung ließen nichts zu wünschen übrig. Das angenehme sonnige Frühlingswetter hat den kleinen Park um das Universitätsgelände zu einem beliebten Aufenthaltsort für die Mittagspausen gemacht, die von vielen der Anwesenden für den informellen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen genutzt wurden. Dass der Tagungsband mit den Vorträgen bereits vorlag und bei der Anmeldung jedem Teilnehmer ausgehändigt wurde, hat zum weiteren Gelingen beigetragen, da die Inhalte der Vorträge so besser aufgenommen und vertieft werden konnten.

Die zahlreichen Vorträge waren thematisch breit gefächert (die Power-Point-Folien sollen demnächst auf der Konferenz-Homepage erscheinen) und reichten von erkenntnistheoretischen Grundsatzbeiträgen bis zu Erfahrungsberichten aus der bibliothekarischen und dokumentarischen Praxis. Die klassischen Themen Klassifikation und Thesaurus wurden in einer Reihe von Vorträgen sowohl theoretisch wie empirisch untersucht, einzelne Anwendungen beleuchtet sowie die künftige Einbindung ins Semantische Web diskutiert. Im Folgenden seien exemplarisch einige Beiträge herausgegriffen, die im Besonderen Anregungen für die Inhaltserschließung der DNB gegeben haben:

Vier verschiedene Beiträge waren den besonderen Anforderungen an die Erschließung erzählender literarischer Gattungen (Belletristik, Volksmärchen, erzählende Kinder- und Jugendliteratur u. ä.) gewidmet. An diesem Thema wird in verschiedenen Einrichtungen zurzeit aktiv geforscht. Die Deutsche Nationalbibliothek hat einen sehr großen Bestand an solcher Literatur, der adäquat erschlossen werden sollte. Die Abteilung Inhaltserschließung der DNB möchte mit dem Vorhaben, künftig Gattungsbegriffe bei Belletristik sowie Kinder- und Jugendliteratur zu vergeben, einen Schritt in diese Richtung tun.

Athena Salaba stellte eine Untersuchung zur Nutzung und zu Nutzern von Schlagwortnormdaten vor. Analysiert wurden die beiden Nutzergruppen "professioneller Nutzer aus dem Bereich Wissensorganisation" und "Endnutzer". Demnach sind Normdaten für den professionellen Nutzer sehr wichtig und er kann in der Regel aufgrund seines Hintergrundwissens auch gut mit ihnen umgehen. Auch die Endnutzer würden Normdaten gerne nutzen, wenn man sie ihnen direkter und durchschaubarer anböte. Beide Nutzergruppen müssen bedient werden; um den Endnutzer an der Wissensverdichtung der Normdaten besser teilhaben zu lassen, müssen sie an prominenter Stelle und selbsterklärend dargestellt werden.

Im Rahmen der Konferenz hat auch die Arbeitsgruppe für die ISO 25964 "Information and documentation - Thesauri and interoperability with other vocabularies" getagt, bei der Esther Scheven, Abteilung Inhaltserschließung, für die Deutsche Nationalbibliothek mitarbeitet. Auf der Tagesordnung stand dabei die Beschäftigung mit Teil 2 der Norm "Interoperability with other vocabularies". Der Entwurf dieses Teil soll voraussichtlich 2011 ins Stellungnahmeverfahren gehen.

Weiterführende Informationen

Neue DIN-Umschriftnormen erschienen

Im Januar 2010 erschienen neu die DIN 32706 (Information und Dokumentation - Umschrift des armenischen Alphabets) und die DIN 32707 (Information und Dokumentation - Umschrift des georgischen Alphabets). Damit ist die Transliteration der beiden Schriftsysteme erstmals in Deutschland verbindlich genormt. Bisher lagen hierfür ausschließlich ISO-Normen vor, die jedoch nicht in allen Detailvorgaben mit den deutschen Traditionen hinsichtlich einer wissenschaftlichen Umschrift übereinstimmen. Beide Normen enthalten neben den eigentlichen Umschriftvorgaben als zusätzlichen Service für Anwender zu allen nichtlateinischen Zeichen die Werte des Unicode-Zeichensatzes.

Rechtzeitig zum Kongress in Leipzig wird neu die DIN 1460-2 (Umschrift kyrillischer Alphabete - Teil 2: Umschrift kyrillischer Alphabete nicht-slawischer Sprachen) erscheinen. Sie regelt die Transliteration kyrillischer Schriftzeichen aus insgesamt 62 nicht-slawischen Sprachen des kaukasisch-asiatischen Raums, von Abasinisch über Eskimo, Kalmückisch und Tadschikisch bis hin zu Wach-Chantisch. In die Norm eingeflossen sind die schrift-bezogenen Entwicklungen jüngster Zeit in verschiedenen Ländern. Für sämtliche Schriftzeichen werden zusätzlich die Unicode-Hexadezimalwerte angegeben, um eine zweifelsfreie Darstellung zu ermöglichen.

Die Umschrift der in der Norm enthaltenen Zeichen wird erstmals in Deutschland verbindlich genormt. Berücksichtigt wurden dabei Umschrifttabellen, die bereits seit Jahrzehnten in deutschen Bibliotheken und anderen kulturellen Institutionen verbreitet sind, wodurch ein hohes Maß an Kontinuität gesichert ist.

Alle Publikationen des NABD können über den Beuth-Verlag als Printausgabe oder E-Book bezogen werden.

Die genannten Publikationen und viele weitere werden im Rahmen des 4. Kongresses für Information und Bibliothek der Fachöffentlichkeit vorgestellt. NABD und Beuth-Verlag werden in einem Gemeinschaftsstand in der Firmenausstellung (15. bis 17. März 2010) präsent sein. Die Vorsitzende des Normenausschusses, die Obleute der verschiedenen Arbeitsausschüsse sowie Vertreter von DIN und Beuth werden an diesem Stand als kompetente Gesprächspartner zur Verfügung stehen.

Weiterführende Informationen

Year of Cataloguing Research

2010 ist in den USA von der Association of Library Collections and Technical Services und der Cataloging and Classification Section der ALA zum Year of Cataloguing Research erklärt worden. Zu dessen offiziellem Start lud das Cataloging and Classification Forum zu einem Kick Off Meeting im Rahmen des ALA Midwinter Meeting. Die Idee zu diesem Jahr der Forschung über Erschließungsfragen war aufgrund einer Empfehlung in der Untersuchung On the Record: Report of the Library of Congress Working Group on the Future of Bibliographic Control aus dem Jahr 2008 entstanden.

Weiterführende Informationen

PETRUS - Prozessunterstützende Software für die digitale Deutsche Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek hat im letzten Jahr damit begonnen, automatische Erschließungsmethoden zu erproben. Ziel ist es, die konventionellen Arbeitsabläufe zunehmend mit maschinellen Verfahren zu verknüpfen, damit der gesetzliche Erschließungsauftrag auch bei stark ansteigenden Publikationsmengen erfüllbar bleibt. Außerdem soll eine Beschleunigung der Erschließungsprozesse erreicht werden. Wo immer möglich, sollen softwaregestützte Verfahren künftig die formale und inhaltliche Erschließung bei der DNB unterstützen und dabei helfen, die intellektuelle Bearbeitung der Medien auf das Notwendige zu konzentrieren.

Für die Bearbeitung von Online-Publikationen setzt die DNB ab sofort grundsätzlich nur noch automatisierte Verfahren ein. Schon seit Beginn dieses Jahres wird bei Netzpublikationen keine intellektuelle Nachbearbeitung bibliografischer Daten mehr durchgeführt. Momentan testet die DNB mit mehreren Indexierungs- und Klassifizierungssystemen, wie gut vorhandene maschinelle Verfahren die gewünschten Qualitätsziele erreichen können. Dabei werden auch verschiedene methodische Ansätze verglichen.

Das insgesamt sehr komplexe Gesamtprojekt gliedert sich in inhaltlich überschaubare Anwendungsszenarien, die sich aus den verschiedenen zu bearbeitenden Medientypen und deren  unterschiedlichen Erschließungsanforderungen herleiten. Die einzelnen Szenarien werden wie Teilprojekte realisiert.

Ziel eines solchen Szenarios ist die automatische Generierung der DNB-Sachgruppen. Dabei soll ein automatisches Klassifizierungssystem zum Einsatz kommen, das durch Anwenderaktionen oder Training mit Beispieldaten lernt. Bereits erschlossene Materialien im Bestand der DNB werden für das maschinelle Lernen benutzt. Außerdem werden Methoden zur automatischen Beschlagwortung auf Basis der Schlagwortnormdatei (SWD) sowie Verfahren zur Generierung freier Deskriptoren getestet.

Fremddaten sollen in größerem Umfang als bisher zur Erstellung von Titeldatensätzen und zum Aufbau der Normdateien genutzt werden. Strukturiert gelieferte Daten werden bei der Übernahme direkt in den bibliografischen Datensatz übernommen und dem Nutzer für die Suche zur Verfügung gestellt. Künftig sollen auch die Datensätze für Netzpublikationen in den Normdateien und die Verknüpfungen zwischen Normdaten und Titeldaten so weit wie möglich automatisch erstellt werden. Im Rahmen eines weiteren Szenarios erfolgt die automatische Verknüpfung von parallelen Print- und Online-Ausgaben und eine maschinelle Übernahme vorhandener Inhaltserschließungsdaten.

Im Rahmen des Projekts soll auf diese Weise Schritt für Schritt ein modular zusammengestelltes und nachregelbares Erschließungssystem entstehen, das zwischen verschiedenen Medientypen und deren Erschließungsanforderungen differenzieren kann und dessen Ablauf über definierte Qualitätskriterien gesteuert wird.

Personelles

Seit Ende 2009 verstärken Daniela Trunk für den Bereich GND und Nicole Habermann für den Bereich PND das Team der Arbeitsstelle für Standardisierung.

Sarah Hartmann, in der Deutschen Nationalbibliothek für die Koordination der Metadatenaktivitäten verantwortlich, ist als Nachfolgerin von Christine Frodl Mitglied des Advisory Board der DCMI Libraries Community und deren neuer Co-Chair.


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ISSN 1862-5959

http://www.d-nb.de/standardisierung/afs/newsletter.htm

Herausgeber:
Deutsche Nationalbibliothek, Arbeitsstelle für Standardisierung, Adickesallee 1, 60322 Frankfurt am Main

Für Fragen und Anregungen an die Redaktion wenden Sie sich bitte an: afs@d-nb.de.

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