Newsletter Standardisierung und Erschliessung

Nr. 12, Dezember 2009

Editorial

Wir wünschen Ihnen frohe Feiertage und einen guten Start in das Jahr 2010. Auch im Neuen Jahr freuen wir uns auf Ihre Anregungen oder Kommentare an afs@d-nb.de.

Unsere Themen

Pfeil SprungmarkeDeutsche Übersetzung von MARC 21 veröffentlicht
Pfeil SprungmarkeErweiterung der ISBD
Pfeil Sprungmarke18. Sitzung des Standardisierungsausschusses
Pfeil SprungmarkeResource Description and Access (RDA) 
Pfeil SprungmarkeAktualisierung der RAK-WB, Anlage 5.2
Pfeil SprungmarkeAktualisierung der RAK-Musik, Anlage M 9
Pfeil SprungmarkeÄnderungen an den RSWK 
Pfeil SprungmarkeGemeinsame Normdatei (GND)
Pfeil SprungmarkeNormdaten der Library of Congress frei verfügbar
Pfeil SprungmarkeIFLA-CDNL Alliance for Digital Strategies (ICADS)
Pfeil SprungmarkeDewey Decimal Classification Editorial Policy Committee
Pfeil SprungmarkeDC-2009 "Semantic interoperability of linked data" 
Pfeil SprungmarkeKompetenzzentrum Interoperable Metadaten (KIM)
Pfeil SprungmarkeKIM DINI Technology Watch Report

 
Deutsche Übersetzung von MARC 21 veröffentlicht

Die Übersetzung von MARC Concise ins Deutsche war ein wichtiges Arbeitspaket des im Juni 2009 abgeschlossenen Projekts Internationalisierung der deutschen Standards: Umstieg auf MARC 21, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der amerikanischen Andrew W. Mellon Foundation gefördert wurde. 

Ende Oktober wurden die Übersetzungen des MARC 21 Format for Bibliographic Data, des MARC 21 Format for Authority Data sowie des MARC 21 Format for Holdings Data auf der Website der Deutschen Nationalbibliothek veröffentlicht. Es handelt sich dabei zunächst um pdf-Dateien mit der Möglichkeit, aus dem Inhaltsverzeichnis zu den entsprechenden Feldern zu navigieren. Die Deutsche Nationalbibliothek hofft, dass die Übersetzungen von MARC 21 das Verständnis für das Format vergrößern und zu seiner Akzeptanz und Anwendung im deutschsprachigen Raum beitragen.

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Erweiterung der ISBD

Die neue Area 0 der International Standard Bibliographic Description (ISBD) wurde Anfang Dezember 2009 im IFLAnet veröffentlicht. Eine Arbeitsgruppe der ISBD Review Group der IFLA Cataloguing Section, die so genannte Material Designation Study Group, erarbeitete diese Erweiterungen der ISBD als Ersatz für die Bestimmungen zur Allgemeinen Materialbenennung. Nach einem weltweiten Stellungnahmeverfahren hat die IFLA der Veröffentlichung der "Area 0" der ISBD zugestimmt.

Diese Erweiterung der ISBD um einen Bereich für "Content Form" und "Media Type" soll es ermöglichen, Form und Inhalt deutlich zu unterscheiden. Auch wird damit eine Angleichung an die RDA erreicht, die ebenfalls die Angabe des Content type und des Media type vorsehen.

Bis zur Veröffentlichung der ersten Neuausgabe der ISBD Consolidated, die für 2010 angekündigt ist, bleibt die Area 0 vorläufig.

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18. Sitzung des Standardisierungsausschusses

Am 25. November 2009 ist der Standardisierungsausschuss zu seiner 18. Sitzung zusammengetroffen. Neben Berichten aus der Arbeit der Arbeitsstelle für Standardisierung, der Arbeitsgruppe Kooperative Verbundanwendungen und über den Stand der Umsetzung der Beschlüsse zur Internationalisierung der deutschen Standards, hat der Standardisierungsausschuss einige Beschlüsse zu Änderungen an den Regelwerken gefasst. Künftig soll die Arbeitsstelle für Standardisierung die Aktualisierung von RAK-Anlagen in Zusammenarbeit mit den betroffenen Expertengruppen selbstständig vornehmen und den Standardisierungsausschuss nur in den Fällen einbeziehen, bei denen keine Einigung erzielt werden kann. In dieser Sitzung hat der Standardisierungsausschuss Änderungen an den RSWK, an der Anlage 5.2 der RAK-WB und die Aktualisierung der Anlage M 9 der RAK-Musik beschlossen. Über die Inhalte der Berichte wird in dieser Ausgabe des Newsletters bei den jeweiligen Themen ausführlicher informiert. Die nächste Sitzung des Gremiums findet am 17. Juni 2010 statt.

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Resource Description and Access (RDA)

In seiner Sitzung am 25. November 2009 hat der Standardisierungsausschuss die bisherigen Tätigkeiten seiner Gremien und der Verbünde für eine aktive Beteiligung am Geneseprozess der international anwendbaren "Resource Description and Access" (RDA), die mit dem Ziel einer Übernahme und Anwendung der RDA im deutschsprachigen Raum durchgeführt werden, zustimmend zur Kenntnis genommen und die Arbeitsstelle für Standardisierung gebeten, weiterhin die Kontakte zu den für RDA verantwortlichen Leitungsgremien zu pflegen, sich um eine Vertretung in diesen Gremien zu bemühen und zügig für eine deutsche Übersetzung des Regelwerks zu sorgen.

Bereits 2004 hat der Standardisierungsausschuss beschlossen, dass Deutsch auch künftig die Arbeitssprache für die Erschließung im deutschsprachigen Raum sein wird. Die Arbeitsstelle für Standardisierung ist daher bestrebt, möglichst viele Dokumente auch auf Deutsch zur Verfügung zu stellen. In diesem Zusammenhang wurden die Functional Requirements for Bibliographic Records (FRBR) und das Statement of International Cataloguing Principles, beides wichtige Grundlagen der RDA, übersetzt. Zur Vorbereitung einer deutschen Übersetzung der RDA wurden weitere wichtige Teile des künftigen Regelwerks übersetzt: Prospectus, Glossar, Kernelemente, Rollen, RDA-FAQs sowie die Elementtypen Content, Media und Carrier Type.

Im Rahmen der vorbereitenden Übersetzungen erfasst die Deutsche Nationalbibliothek die deutschen Terme für einzelne RDA-Elemente probeweise in der NSDL Metadata Registry. Diese Registry ist ein Service für Entwickler und Nutzer von kontrollierten Vokabularen, die auf den Standards RDF und SKOS basieren. In der Registry werden RDA-Elemente durch die Vergabe von URIs und eine automatische Umwandlung in RDF semantic-web-fähig gemacht. Das Copyright an den RDA gehört der American Library Association (ALA), der Canadian Library Association (CLA) und dem Chartered Institute of Library and Information Professionals (CILIP). Mit diesen steht die Deutsche Nationalbibliothek in engem Kontakt. Die Gespräche mit den Verlegern der RDA werden Mitte Januar 2010 auf dem ALA Midwinter Meeting in Boston fortgesetzt werden.

Weitere vorbereitende Arbeiten zu den RDA betreffen die Durchführung eines Anwendungstests des RDA-Tools in der DNB unmittelbar nach dessen Erscheinen. Die DNB wird ihre Testmethodik und die Testformulare auf ihrer Website zur Verfügung stellen, um so Institutionen, die ebenfalls testen möchten, die Nachnutzung zu ermöglichen. Gegenwärtig erarbeitet die Arbeitsstelle für Standardisierung auch ein modulares Konzept für Schulungen zu den RDA. Als erstes Modul soll Anfang 2010 eine FRBR-Schulung mit theoretischen, praktischen und webbasierten Anteilen zum Einsatz kommen, die gerade entwickelt wird.

Die für November 2009 angekündigte Veröffentlichung der ersten Ausgabe des neuen Erschließungsstandards RDA (Resource Description and Access) als webbasiertes Produkt wurde von den Vorsitzenden des Committee of Principals, des Joint Steering Committee for Development of RDA und der Herausgeber auf Juni 2010 verschoben. Preise und Bezugsbedingungen sollen Mitte Januar 2010 bekannt gegeben werden.

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Aktualisierung der RAK-WB, Anlage 5.2

Die DIN 31634 (Information und Dokumentation - Umschrift des griechischen Alphabets) ist im Juni 2009 erschienen und ersetzt die Version aus dem Jahr 1982. Die Norm wurde vom Normenausschuss Bibliotheks- und Dokumentationswesen, Arbeitsausschuss NABD 1 "Transliteration und Transkription", erarbeitet und schreibt das in ihr festgeschriebene Umschriftsystem, das seinen Ursprung in einer langen wissenschaftlichen Praxis hat, kontinuierlich fort. Eine inhaltliche Veränderung hat nur die Vorgabe zur Umschrift des Spiritus asper erfahren, die sprachlich deutlicher abgefasst wurde und damit keinen Spielraum mehr für unterschiedliche Interpretationen lassen soll. Darüber hinaus wurde die Norm hauptsächlich redaktionell überarbeitet und modernisiert. Die Norm kann über den Beuth-Verlag bezogen werden. 
Als formale Voraussetzung für die Anwendung der revidierten Norm ist eine Aktualisierung des Regelwerkstextes notwendig. Der Standardisierungsausschuss hat in seiner 18. Sitzung am 25. November 2009 der Aktualisierung der Anlage 5.2. der RAK-WB, ihrer Veröffentlichung und Inkraftsetzung zugestimmt. Anlage 5.2 lautet demnach:

"Für die Umschrift der griechischen Buchstaben gilt DIN 31634 (Umschrift des griechischen Alphabets) vom Juni 2009."

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Aktualisierung der RAK-Musik, Anlage M 9

Die "Regeln für die alphabetische Katalogisierung von Ausgaben musikalischer Werke", kurz "RAK-Musik" genannt, führen in der Anlage 9 maßgebliche Werkverzeichnisse sowie die Zählweise der Werke in Einheitssachtiteln auf. Diese Anlage wird auf vielfachen Wunsch jährlich aktualisiert. Die Musikabteilungen der Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz und der Bayerischen Staatsbibliothek München sowie das Deutsche Musikarchiv der Deutschen Nationalbibliothek haben Einvernehmen über die Neuaufnahme von Werkverzeichnissen für Edvard Grieg, Jan Křtitel Vaňhal sowie Felix Mendelssohn Bartholdy erzielt. In seiner 18. Sitzung am 25. November 2009 hat der Standardisierungsausschuss der Veröffentlichung und Inkraftsetzung zugestimmt. Für die Aktualisierung 2010 nimmt die Arbeitsstelle für Standardisierung gerne Ihre Vorschläge entgegen.

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Änderungen an den RSWK

In seiner 18. Sitzung am 25. November 2009 hat der Standardisierungsausschuss der Veröffentlichung und Inkraftsetzung der 6. Ergänzungslieferung zur 3., überarbeiteten und erweiterten Auflage der "Regeln für den Schlagwortkatalog zum 1. Januar 2010 zugestimmt.

Die 6. Ergänzungslieferung enthält insbesondere Änderungen an den Grundregeln in den Paragrafen 13 bis 15, die auf Ergebnisse der Arbeitsgruppe Strategie der Sacherschließung zurückgehen. Die Benennung "Schlagwortkette" wurde durch "Schlagwortfolge" ersetzt, um die Assoziation einer festen Verknüpfung von Schlagwörtern zu vermeiden. Paragraf 13 legt fest, wann eine oder mehrere Schlagwortfolgen gebildet werden und vereinheitlicht die bisher gehandhabte Anwendung der RSWK. Paragraf § 14 regelt die Anordnung der Schlagwörter in einer Schlagwortfolge. Sie wurde auf eine formale Reihenfolge vereinfacht; bei Zusammentreffen von mehreren Schlagwörtern der gleichen Kategorie soll eine sinnvolle Reihenfolge gewählt werden. Paragraf 15 macht grundsätzliche Aussagen zur Anzeige und zum Retrieval von Schlagwortfolgen. Außerdem wurde Paragraf 106 dahingehend geändert, dass in Zukunft der Homonymenzusatz bei Personen nur eine der SWD zu entnehmende Bezeichnung sein soll; die Unterscheidung von engen und weiten Berufsbezeichnungen mit einer zugelassenen Liste wird aufgegeben. In Paragraf 731 wird hinsichtlich der Kirchenbauten präzisiert, welche Bezeichnungen als Individualnamen gelten.

Anpassungen des Regelwerks, die sich aus den geänderten Paragrafen 13 bis 15 ergeben, sollen Anfang 2010 veröffentlicht werden.

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Gemeinsame Normdatei (GND)

Die Deutsche Nationalbibliothek (DNB) arbeitet an einer Gemeinsamen Normdatei (GND) für alle Normdaten. Zurzeit werden die drei in der DNB geführten überregionalen Normdateien Gemeinsame Körperschaftsdatei (GKD), Personennamendatei (PND) und Schlagwortnormdatei (SWD) sowie die Einheitstitel-Datei (EST) des Deutschen Musikarchivs (DMA), die in Zukunft ebenfalls als überregionale Normdatei geführt werden soll, in getrennten Normdateien mit jeweils unterschiedlichem Format und mit voneinander divergierenden Datenmodellen geführt.

Alle vier Normdateien sind "historisch gewachsen", und ihre Struktur entspricht nicht den funktionalen Anforderungen an eine moderne, web-fähige Normdatei. Die Trennung in drei Normdateien hat zudem zur Folge, dass die als Normdaten dargestellten Entitäten nicht miteinander übereinstimmen, nebeneinander zu derselben Entität unterschiedliche Relationen existieren, übereinstimmende Relationen unterschiedlich abgebildet sind und die redaktionellen Abläufe stark voneinander divergieren etc.

Im Rahmen des Projekts GND, das in enger Zusammenarbeit mit den Bibliotheksverbünden im deutschsprachigen Raum bearbeitet wird, muss zunächst ein gemeinsames Normdatenformat für alle Entitäten und ihre Untergliederungen im Internformat und im Externformat entwickelt werden. Für das GND-Format, das sich an MARC 21 Authority orientiert, wird grundsätzlich ein modularer Formataufbau angestrebt, um Anpassungen und Weiterentwicklungen zu erleichtern. Ende des Jahres 2009 soll den Verbünden ein vollständiger Formatentwurf zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

Parallel zu den Arbeiten für das Format haben die fachlichen Vorbereitungen zur Zusammenführung der Normdateien begonnen. Dabei konzentrieren sich die Maßnahmen bisher vor allem auf die SWD und die GKD. Als Basis für eine automatische Vergabe von Entitätencodierungen, die zur korrekten MARC-Zuordnung benötigt werden, wurden Geografika-, Körperschafts- und Kongressansetzungen und -verweisungen aus beiden Normdateien selektiert und analysiert. Eine erste Fehler-Streichliste wurde unter den GKD-Redaktionen aufgeteilt. Darüber hinaus sind in allen Normdateien Linkchecks und Vorbereitungsmaßnahmen für die interne Verlinkung in Vorbereitung.

Da bei der Zusammenführung der Körperschaftsdaten und auch der Werkdaten unterschiedliche Regelwerke betroffen sind und das bestehende Regelwerk vor der Ablösung steht, werden für die GND in mehreren Bereichen Übergangsregeln benötigt. Hierzu wurde innerhalb der Deutschen Nationalbibliothek ein Verfahrensvorschlag erarbeitet und mit den beteiligten Expertengruppen des Standardisierungsausschusses abgestimmt. Am 17. und 18. November 2009 hat eine zweitägige gemeinsame Sitzung der Expertengruppen Normdaten, Formalerschließung und Sacherschließung stattgefunden, auf der die vordringlich benötigten Übergangsregeln nochmals beraten und abgestimmt wurden. Die Übergangsregeln werden dem Standardisierungsausschuss zu seiner nächsten Sitzung am 17. Juni 2010 zur Abstimmung vorgelegt. Die Gemeinsame Normdatei soll Mitte 2011 in den Echtbetrieb gehen.

Normdaten der Library of Congress frei verfügbar

Seit einigen Monaten sind die Library of Congress Subject Headings (LCSH) als Linked Data mit referenzierbaren URIs verfügbar. Bereits jetzt gibt es darauf eine gute Resonanz: das Vokabular wird von Nicht-Bibliotheken genutzt. Die LC plant daher, bald weitere Tools und Standards auf ihrer Website anbieten.

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IFLA-CDNL Alliance for Digital Strategies (ICADS)

Die IFLA-CDNL Alliance for Digital Strategies (ICADS) hatte sich im vergangenen Jahr nicht nur einen neuen Namen gegeben, sondern auch eine Neuausrichtung ihrer Arbeit und Fokussierung auf Strategien für das Management digitaler Ressourcen beschlossen. Nach dem neuen Ansatz von ICADS wird sich die Arbeit auf die Bereiche Aufbau und Management von digitalen Sammlungen und Zugriff auf diese sowie die verschiedenen, damit zusammenhängenden Aspekte konzentrieren. Die Mitglieder der Allianz, zu denen auch die Deutsche Nationalbibliothek gehört, die mit Renate Gömpel im Advisory Board vertreten ist, steuern zu den genannten Bereichen Informationen über neue Standards, relevante Projekte sowie Referenzen zu wichtigen Institutionen, Ansprechpartnern und weiteren Informationen bei. Nach außen sichtbar wird diese Arbeit über eine neue Website, die bei PADI, dem "Gateway to international digital preservation resources and to ICADS", einem Dienst der National Library of Australia angesiedelt ist. Auf dieser Website sind mittlerweile rund 70 Projekte von den ICADS-Mitgliedern verzeichnet. Wenn sich künftig der Kreis der ICADS-Mitglieder erweitert, wird sich damit gleichzeitig die Information auf dieser Seite vervielfachen. Mitglied können alle Nationalbibliotheken werden, die zu den Themen und Inhalten von ICADS Beiträge leisten. Zur Qualitätssicherung der Website wurde eine Website Management Group eingerichtet. Neben der Website, die den Kern der ICADS-Arbeit darstellt, wird die Allianz weiterhin während der IFLA-Konferenzen Fachveranstaltungen durchführen, sowohl spezielle ICADS-Veranstaltungen zu wichtigen Entwicklungen als auch gemeinsame Veranstaltungen unter Einzelaspekten in Zusammenarbeit mit den anderen Divisionen und Sektionen der IFLA. Während des diesjährigen IFLA World Library and Information Congress in Mailand hat ICADS eine Veranstaltung zum Thema "Digital preservation and the new website" durchgeführt, in der drei Beispiele zur Massendigitalisierung von Zeitungen vorgestellt wurden.

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Dewey Decimal Classification Editorial Policy Committee

Am 16. und 17. November 2009 fand in Washington das 132. Treffen des Editorial Policy Committee (EPC) statt, des Gremiums, das seit den 1930er Jahren über Änderungen der Dewey Decimal Classification (DDC) entscheidet und die DDC-Herausgeber und OCLC bei der Weiterentwicklung berät. Das Gremium, das mit Vertretern der englischsprachigen Bibliothekswelt besetzt ist (Library of Congress, University of California Los Angeles, University of South Africa, Billings Senior High School, Northwestern University, University of British Columbia, Australian Committee on Cataloguing, British Library, Evansville Vanderburgh Public Library and Library and Archives Canada), trifft sich zwei Mal jährlich in den USA. Den Vorsitz hat bis 2011 Caroline Kent, British Library. An der Novembersitzung in der Library of Congress wurde mit Yvonne Jahns, Deutsche Nationalbibliothek, erstmal ein Vertreter der European Dewey Users Group (EDUG) eingeladen, um die bessere Darstellung europäischer Belange in der DDC, in diesem Fall der Civil Law-Kultur zu diskutieren. Das EPC ist offen für Vorschläge aller DDC-Anwender weltweit und um eine zeitgemäße Darstellung der Inhalte im Klassifikationsschema bemüht. So standen Änderungsvorschläge in 15 Disziplinen auf der Tagesordnung, darunter etwa neue Klassen für Smartphones, EU-Institutionen oder grüne Technologien.

Die 23. englische DDC-Ausgabe wird zum Jahresbeginn 2011 erwartet. Letzte Redaktionsarbeiten dafür müssen bis April 2010 abgeschlossen sein. Eine neue Version von WebDewey soll bereits im Frühjahr 2010 verfügbar sein.

Seit August 2009 sind die obersten Ebenen der DDC in zehn Sprachen als Linked Data im Web. Hierin sehen die Herausgeber und das EPC großes Potenzial für die Zukunft. Es ist angedacht, die gesamte DDC unter Creative-Commons-Lizenz freizuschalten!

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DC-2009 "Semantic interoperability of linked data"

Vom 12. bis 16. Oktober 2009 fand die neunte International Conference on Dublin Core and Metadata Applications an der National Library of Korea in Seoul statt. Knapp 100 registrierte Besucher aus 18 Ländern, vorwiegend aus Asien, widmeten sich dem Thema "Semantic Interoperability of Linked Data". Neben einem Überblick über die Entwicklung von Dublin Core, über aktuelle Standards und Modelle sowie Aspekte der Interoperabilität, lag der Schwerpunkt auf dem Einsatz von Resource Description Framework (RDF) in Metadatenstandards für den Weg über "Linked Data" in das Semantic Web. Verlinkte Daten ermöglichen es, physisch vorhandene und abstrakte Dinge eindeutig mittels URIs zu identifizieren und miteinander in Beziehung zu setzen. Ein wichtiger Diskussionspunkt war hierbei der Aspekt "vertrauenswürdige Daten". Solche Daten werden von Gedächtnisinstitutionen, wie zum Beispiel Bibliotheken, produziert und sorgen so für die erhöhte Qualität von Daten im Semantic Web. 
Weitere Themen waren die unterschiedlichen Anforderungen, die verschiedene Metadatenformate nach sich ziehen. Diese Metadaten zusammenzuführen stellt derzeit, wie wahrscheinlich auch in der Zukunft, eine Herausforderung dar. In diesem Kontext ist der Einsatz von Werkzeugen für die Generierung sowie die Nachnutzung der Daten von höchster Wichtigkeit.

Eun Chul Lee, Präsident der Koreanischen Bibliotheksvereinigung, stellte in seiner Keynote "Linked data and users in library" die Frage, ob Bibliotheken effizient genug mit ihren Nutzern kommunizieren, rückte damit die Bedürfnisse der Benutzer an die erste Stelle und verdeutlichte die Rolle der Technologien als Werkzeug zur Erfüllung dieser Bedürfnisse. Außerdem verwies er auf die nächste Generation von Benutzern, die nach seiner Einschätzung davon ausgeht, dass Informationen nicht existieren, wenn sie diese nicht im Web finden. Bibliotheken befänden sich derzeit in einer Phase des Umbruches. Zum einen, weil neue Technologien entstehen und zum anderen, weil sich das Nutzerverhalten mit diesen Technologien wandelt und die Bibliotheken sich deren Gewohnheiten annähern müssen.

Die nächste International Conference on Dublin Core and Metadata Applications wird vom 20. - 22. Oktober 2010 in Pittsburgh, Pennsylvania (USA) stattfinden.

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Kompetenzzentrum Interoperable Metadaten (KIM)

Fünf KIM-Partner aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben ein gemeinsames Memorandum of Understanding unterzeichnet, mit dem Ziel, die Interoperabilität von Metadatenanwendungen und die Verbreitung von international anerkannten Metadatenstandards im deutschsprachigen Raum voranzutreiben.
KIM wurde in einer ersten Projektphase von der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, der Deutschen Nationalbibliothek, der Max Planck Digital Library, der Universität Wien und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich als Informations- und Kommunikationsplattform für Metadatenanwender und -entwickler im deutschsprachigen Raum aufgebaut. Das KIM-Angebot umfasst neben Schulungen und Workshops die Zertifizierung von Metadatenprofilen, Übersetzungen von Kerndokumenten rund um den Dublin Core Metadata Standard und die gemeinsame Herausgabe des KIM Technology Watch Reports.

In der nun angelaufenen zweiten Projektphase werden die bestehenden Angebote ausgebaut und um weitere, aus wissenschaftlichen Fragestellungen und Anforderungen abgeleitete, Aktivitäten ergänzt. Schwerpunkte bilden dabei die Entwicklung und der Einsatz von interoperablen Metadatenformaten und -anwendungen sowie die lokale und globale Vernetzung von wissenschaftlichen Initiativen, Institutionen und Projekten aus dem Bereich Metadaten. Letzteres umfasst insbesondere die Unterstützung und Durchführung von Projekten zur Metadatennutzung in digitalen Informationsumgebungen. Das Kompetenzzentrum Interoperable Metadaten trägt durch Veröffentlichungen, Vorträge, Informationsmaterialien und seine Web-Angebote aktiv zur breiteren Anwendung von internationalen Standards und Technologien im deutschsprachigen Raum bei und wird von 2007 bis 2010 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert.

KIM DINI Technology Watch Report

Der KIM DINI Technology Watch Report (TWR) berichtet ab sofort in Blogform über Standards und verwandte Aktivitäten aus den Bereichen Metadaten und Interoperabilität. Der Blog wird gemeinsam vom KIM Kompetenzzentrum Interoperable Metadaten und der DINI-Arbeitsgruppe Internationale Standardisierung in der digitalen Informationsbeschaffung betrieben.

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ISSN 1862-5959

http://www.d-nb.de/standardisierung/afs/newsletter.htm

Herausgeber:
Deutsche Nationalbibliothek, Arbeitsstelle für Standardisierung, Adickesallee 1, 60322 Frankfurt am Main

Für Fragen und Anregungen an die Redaktion wenden Sie sich bitte an: afs@d-nb.de.

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