Newsletter Standardisierung und Erschliessung
Nr. 10, März 2009
Editorial
Nachdem nun endlich das blaue Band des Frühlings zu erahnen ist, möchten wir Sie mit der ersten Ausgabe des Newsletters Standardisierung und Erschließung im Jahr 2009 über die aktuellen Entwicklungen in diesen Bereichen informieren.
Selbstverständlich freuen wir uns auch in diesem Jahr über Ihre Anregungen oder Kommentare an afs@d-nb.de.
Unsere Themen
Umstieg auf MARC 21
Bericht von den MARBI-Treffen in Denver, USA
ISIL- und Sigelverzeichnis online als Bestandteil des Systems der
MARC Organization Codes
Resource Description and Access (RDA)
Statement of International Cataloguing Principles
International Standard Bibliographic Description
"Cataloguing Part" des "ISSN Manual" aktualisiert
Weiterbildungsveranstaltung zur DDC
SWD mit Datensätzen zu Druckschriften angereichert
IFCS 2009 zusammen mit der 33. GfKl-Jahrestagung
Singapore-Framework für Anwendungsprofile auf deutsch
Symposium Umstieg auf MARC 21: MARCing a new landscape in data
exchange
Treffpunkt Standardisierung
Normdatenanwendertreffen
Personelles
Umstieg auf MARC 21
Beginnend mit dem Bibliografiejahrgang 2009 bietet die Deutsche Nationalbibliothek die Daten der Deutschen Nationalbibliografie im Format MARC 21 an. Seit dem gleichen Zeitpunkt werden auch die ZDB-Titeldaten in MARC 21 angeboten. Anfang des Jahres wurde die Umsetzung der Normdateien GKD, PND und SWD nach MARC 21 abgeschlossen, so dass auch die Grundbestände und die laufenden Änderungsdienste der Gemeinsamen Körperschaftsdatei (GKD), der Personennamendatei (PND) und der Schlagwortnormdatei (SWD) in MARC 21 bezogen werden können. Auf Wunsch ist auch der Parallelbezug der Daten im MAB2- und MARC-21-Format möglich.
Wie bereits mehrfach angekündigt, wird die Deutsche Nationalbibliothek ihre Datenlieferungen im MAB2-Format für eine hinreichend lange Zeit parallel zu den MARC-21-Lieferungen fortsetzen, um den Beziehern der Datendienste Zeit für die Umstellung ihrer Programme zu geben. Dabei ist zu beachten, dass die Entwicklung des MAB2-Formates im Jahr 2006 eingestellt worden ist und neu hinzukommende Strukturen und Felder nicht oder nur unzulänglich in den MAB2-Datenlieferungen berücksichtigt werden können.
Feldbeschreibungen für die Titel- und Normdaten stehen auf der Website der Deutschen Nationalbibliothek zur Verfügung.
Bericht von den MARBI-Treffen in Denver, USA
Im Rahmen der ALA Midwinter Conference 2009 vom 23. bis 27. Januar 2009 in Denver, USA, fanden die Treffen des Machine Readable Bibliographic Information Committee (MARBI) statt.
Die Tagesordnung von MARBI umfasste neben zwei Diskussionspapieren und vier Anträgen zu Details der Formatentwicklung fünf Papiere zu den Auswirkungen der RDA auf MARC 21, so weit Änderungen für die erste Implementierung der RDA notwendig sind. Das Procedere bei MARBI sieht ein zweistufiges Verfahren für Formatänderungen vor: zunächst wird ein Diskussionspapier erstellt, das als Grundlage für die Diskussion bei einer Sitzung dient. Sofern diese Änderungswünsche Zustimmung finden, wird zur Folgesitzung ein Antrag vorgelegt und abgestimmt.
Ergänzungen im Normdatenformat MARC 21 Authority, die bereits im Juni 2008 diskutiert worden waren, wurden von der RDA/MARC Working Group weiter bearbeitet und lagen nun als Antrag an MARBI vor. Es handelt sich um Attribute von Personen, Familien und Körperschaften, die in neuen Feldern 046 (für Datumsangaben) und im Bereich 621 bis 628 abgebildet werden. Mit wenigen Änderungen im Detail wurden die Anträge angenommen. Dabei wurde darauf geachtet, dass die Relationen abbildbar sind, die in den deutschen Normdateien vorhanden sind; sie finden sich im wiederholbaren Unterfeld $0 "Record Control Number" wieder.
Das Antrags-Papier zur Abbildung von Dokument- und Materialarten (Content Type, Media Type und Carrier Type) ist ebenfalls im Wesentlichen angenommen worden. Es wird im Format drei neue Felder 336, 337 und 338 geben. Hier war bereits vorab darauf geachtet worden, neben der Möglichkeit von natürlichsprachigen Bezeichnungen (in verschiedenen Katalogisierungssprachen) auch codierte Werte vorzusehen, die sprachunabhängig sind.
Das dritte Antragspapier, zur Kennzeichnung der FRBR-Entitäten der Gruppe 1 (Werk, Expression, Manifestation und Exemplar), wurde intensiv und kontrovers diskutiert. Da von RDA-Seite betont wurde, dass diese Änderungen zur ersten Implementierung der RDA nicht unbedingt notwendig sind, wurde der Antrag einstimmig abgelehnt.
Das Diskussionspapier zu Uniform Resource Identifiers (URIs) in
MARC 21 wurde sehr begrüßt. In denjenigen Feldern, die
sinnvollerweise mit einem URI zu versehen sind (Ansetzungsfelder,
Felder mit einer begrenzten Liste von möglichen Inhalte etc.)
soll ein Unterfeld angelegt werden, um URIs aufzunehmen. Das
letzte noch zur Verfügung stehende numerische Unterfeld, $1,
wurde als Option bevorzugt gegenüber der Umdefinition eines
bestehenden Unterfeldes. Dieses Papier wird im Juli als Antrag
erneut auf der Tagesordnung von MARBI stehen.
Das zweite Diskussionspapier zur Abbildung von RDA-Relationships in MARC 21 beschäftigt sich mit der Abbildung der Beziehungen zwischen Werken, Expressionen, Manifestationen und Exemplaren einerseits (Appendix J) und zwischen Personen, Familien und Körperschaften andererseits (Appendix K). Viele dieser Relationen sind bereits vorhanden. Dieses Papier wird weiter bearbeitet und ebenfalls auf der Tagesordnung für Juli stehen.
Durch die kontinuierliche Beteiligung an der Weiterentwicklung von MARC 21 ist jetzt erreicht worden, dass Reinhold Heuvelmann als Vertreter der Deutschen Nationalbibliothek und damit der deutschsprachigen Bibliotheken einen festen Platz im "MARC Advisory Committee" erhalten hat. Diese Gruppe kann als der erweiterte Kreis um MARBI und als engeres Forum der Diskussionen angesehen werden, die Mitglieder vertreten alle wichtigen Institutionen im Bibliothekswesen der USA und darüber hinaus. Seit Herbst 2008 ist Reinhold Heuvelmann auch Mitglied der RDA/MARC Working Group.
Das nächste Treffen von MARBI findet während der "ALA Annual Conference" vom 9. bis zum 15 Juli 2009 in Chicago (Illinois) statt.
ISIL- und Sigelverzeichnis online als Bestandteil des Systems der MARC Organization Codes
In einem weiteren Punkt fügt sich das deutschsprachige Bibliothekswesen nun nahtlos in international etablierte Systeme ein: Zur Kennzeichnung der Urheberschaft eines Datensatzes, einer Nummer und weiterer Formatelemente werden in MARC 21 die "MARC Organization Codes" verwendet, und bei der Library of Congress wird eine Datenbank aller Organisationen geführt, die mehr als 30.000 Einträge umfasst. Für die deutschen Bibliotheken war die Einbindung des "ISIL- und Sigelverzeichnis online" vereinbart worden, mit dem Ziel, eine doppelte Abdeckung zu vermeiden, den Aufwand bei allen Beteiligten zu verringern, und kürzere Wege bei der Beantragung für neue Institutionen zu erreichen. Bedingung war die offizielle Anerkennung des ISIL-Systems als gleichberechtigter MARC Organization Code. Von der Sigelstelle der Staatsbibliothek zu Berlin und Deutschen ISIL-Agentur sind in Zusammenarbeit mit der Deutschen Nationalbibliothek als Systembetreiberin die notwendigen Anpassungen vorgenommen worden: Bestehende MARC Organization Codes sind in das ISIL- und Sigelverzeichnis integriert worden. Codes von nicht mehr existierenden Organisationen wurden in Informationssätzen dargestellt. Auf der Startseite wurde ein Hinweis angebracht, dass nunmehr ein deutsches ISIL gleichzeitig als MARC Organization Code fungiert. Unter "Other assignment agencies" ist für Deutschland jetzt der Link hin zur Staatsbibliothek und ihres "Online Directory of German ISIL and Library Codes" zu finden. Zuletzt sind bei der Library of Congress die auf Deutschland bezogenen Einträge aus der Datenbank entfernt worden: Bei der Suche nach deutschen Institutionen erscheint nun ein Hinweis auf die Staatsbibliothek zu Berlin mit demselben Link.
Resource Description and Access (RDA)
Nachdem das Joint Steering Committee for Development of RDA (JSC) am 17. November 2008 den Gesamtentwurf des neuen internationalen Regelwerks Resource Description and Access (RDA) vorgelegt hat, hat für die Arbeitsstelle für Standardisierung und die Expertengruppen des Standardisierungsausschusses eine besonders arbeitsintensive Zeit begonnen. Der Entwurf, der entgegen der ursprünglichen Ankündigung nicht innerhalb des Online-Tools, sondern in einer Reihe von pdf-Dateien veröffentlicht wurde, musste zunächst ausgedruckt und gesichtet werden. Es folgten dann mehrere Besprechungen und mit Hilfe eines Wikis hat die Arbeitsstelle für Standardisierung einen ersten Entwurf für eine Stellungnahme verfasst. Im Januar folgten dann eine gemeinsame Sitzung aller Expertengruppen, in der noch strittige Punkte diskutiert und entschieden wurden. Der Entwurf der Stellungnahme wurde überarbeitet und zwischen allen Beteiligten abgestimmt, bis dann am 2. Februar 2009 die endgültige Stellungnahme aus dem deutschsprachigen Raum an das JSC verschickt werden konnte.
Das JSC ist vom 12. bis 20. März 2009 in Chicago zusammengetroffen, um dort über die eingetroffenen Stellungnahmen zu diskutieren und Inhalte der ersten Ausgabe der RDA vorzubereiten. Das Committee of Principals for AACR sowie die Co-Publisher treffen sich ebenfalls zu dieser Zeit in Chicago und tagen dort auch gemeinsam mit dem JSC. Dabei steht u.a. die Publikation der RDA auf der Tagesordnung.
Nach dem aktuellen Zeitplan sollen die RDA im 3. Quartal 2009 veröffentlicht werden. Im direkten Anschluss daran wollen die im CoP vertretenen Nationalbibliotheken die RDA testen und die endgültige Entscheidung über die Anwendung treffen. Beacher Wiggins von der Library of Congress hat während einer RDA-Veranstaltung bei der ALA-Tagung in Denver über diese Tests an den Nationalbibliotheken der USA und weiteren ausgewählten Bibliotheken und Institutionen informiert. Die Tests, die an insgesamt rund 20 Orten stattfinden sollen, werden in den existierenden Systemen durchgeführt, d. h. in MARC-Systemen. Es wird mit einer dreimonatigen Vorbereitungsphase der Tests im Anschluss an die RDA-Veröffentlichung gerechnet, um die beteiligten Katalogisiererinnen und Katalogisierer zu schulen. Dann soll die eigentliche Testphase von ebenfalls 3 Monaten folgen, in der Kernsets von Materialien parallel nach AACR2 und nach RDA katalogisiert werden sollen. Anfang 2010 beginnt dann eine letzte Phase, in der die Auswertungen erfolgen und die Ergebnisse dokumentiert werden. Anschließend wird die endgültige Entscheidung über die Anwendung der RDA erfolgen. Die Library of Congress wird die im Hause entstandenen Daten ihren Datenbeziehern zur Verfügung stellen. OCLC ist in das Verfahren eingebunden.
Statement of International Cataloguing Principles
Das weltweite Stellungnahmeverfahren zum Statement of International Cataloguing Principles (ICP), einem Basis-Standard der RDA war bereits im Juni 2008 abgeschlossen. Bei ihrer Sitzung während der IFLA-Konferenz im August 2008 in Québec hat die IME-ICC-Arbeitsgruppe getagt, um die eingetroffenen Kommentare auszuwerten. Kurz vor Weihnachten 2008 hat Barbara Tillett, die Vorsitzende der Arbeitsgruppe, die abschließende Fassung des Statement of International Cataloguing Principles sowie das dazugehörige Glossar an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der IFLA Meetings of Experts on an International Cataloguing Code (IME-ICC) versandt. Nach einer letzten Überarbeitung und Kommentierung durch alle Beteiligten wurde der endgültige Text von der IFLA genehmigt. Die Deutsche Nationalbibliothek hat die bereits vorliegende, deutsche Übersetzung des Textes und des Glossars aktualisiert. Der englische Originaltext des Statement of International Cataloguing Principles und das dazugehörige Glossar sowie die vorliegenden Übersetzungen wurden im Februar 2009 im IFLAnet veröffentlicht, eine gedruckte Publikation wird im Laufe des Jahres folgen.
In den RDA-Gesamtentwurf wurde das Basis-Statement eingearbeitet, die wenigen Änderungen, die es bis Dezember 2008 erfahren hat, sollen in der RDA-Erstveröffentlichung berücksichtigt werden.
Das Statement of International Cataloguing Principles ist während der IFLA Meetings of Experts on an International Cataloging Code (IME ICC) entstanden. Weltweit wurden insgesamt fünf Regionalkonferenzen durchgeführt. Zu der ersten Veranstaltung im Jahr 2003 kamen Regelwerksentwickler aus 32 europäischen Staaten (darunter die Mitglieder der Expertengruppe Formalerschließung des Standardisierungsausschusses als größte Einzelgruppe) und aus dem anglo-amerikanischen Raum in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main zusammen. Die zweite Veranstaltung hat 2004 im Vorfeld der IFLA-Tagung in Buenos Aires stattgefunden. Die Teilnehmer waren aus Lateinamerika und der Karibik. 2005 fand die Konferenz für den arabisch-sprechenden Nahen Osten in Kairo statt. Es folgte die 4. Konferenz in Seoul, Südkorea, für die asiatischen Staaten 2006. Die letzte Konferenz für den Bereich Afrika südlich der Sahara 2007 wurde in Pretoria, Südafrika, durchgeführt.
Von allen Veranstaltungen wurde jeweils ein Bericht in gedruckter Form publiziert. Außerdem stehen auf den jeweiligen Websites der Konferenzen die Papiere zur Verfügung. Von der Seite des IME ICC 2003 in Frankfurt führen Links jeweils auf die Seiten der anderen Konferenzen.
Bei der Frankfurter Konferenz wurde der erste Entwurf des Statement of International Cataloguing Principles erarbeitet, der dann nach jeder Folgekonferenz von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der vorherigen erneut diskutiert, jeweils zwischen allen Beteiligten abgestimmt wurde und nun veröffentlicht wurde.
International Standard Bibliographic Description
Im Dezember 2008 informierte Anders Cato, der Vorsitzende des Standing Committee der IFLA Cataloguing Section, die bibliothekarische Fachwelt über einen Entwurf der "Materials Designations Study Group" der ISBD Review Group. In dem Entwurf, der im Rahmen eines weltweiten Stellungnahmeverfahrens auf der IFLA-Website veröffentlicht wurde, wurde eine neue Area "0 - Content Form and Media Type" für die International Standard Bibliographic Description (ISBD) vorgeschlagen.
Die Deutsche Nationalbibliothek hat im Namen der Expertengruppen die Einrichtung dieses neuen Bereichs der ISBD begrüßt und herausgestellt, dass der Entwurf logisch strukturiert und damit gut verständlich ist. In der Stellungnahme zu den RDA haben wir empfohlen, das neue Regelwerk und die vorgeschlagene Area 0 miteinander in Einklang zu bringen.
Die endgültige Ausgabe der ISBD Consolidated soll in diesem Jahr erscheinen. Während der 75. IFLA-Konferenz vom 23. bis 27. August 2009 in Mailand ist außerdem ein Workshop dazu geplant.
"Cataloguing Part" des "ISSN Manual" aktualisiert
Bei dem im Januar 2009 erschienen "Cataloguing Part" des "ISSN Manual" handelt es sich um eine Überarbeitung der gleichnamigen Publikation aus dem Jahr 2003. Ziel der Überarbeitung war eine Aktualisierung des Handbuchs im Einklang mit der aktuellen Ausgabe des ISO Standard on ISSN (ISO 3297, Fourth edition) und der Einbezug der bibliografischen Formate MARC 21 und UNIMARC, die bei der Registrierung von ISSNs angewendet werden. Das "ISSN Manual" wird nur in elektronischer Form veröffentlicht und wird regelmäßig aktualisiert, wenn eine Regel verändert oder neu hinzugefügt wurde.
Weiterbildungsveranstaltung zur DDC
Vom 3. bis 4. Februar 2009 fand in der Niedersächsischen Landesbibliothek Hannover eine Weiterbildungsveranstaltung der Deutschen Nationalbibliothek zur Dewey-Dezimalklassifikation (DDC) statt. Ein Großteil der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestand aus Referendaren des GBV, die die Veranstaltung im Rahmen ihrer Ausbildung für den höheren Dienst an wissenschaftlichen Bibliotheken belegten. Vermittelt wurden die Grundlagen des Klassifizierens mit der DDC anhand von praktischen Übungen. Dabei ging es schwerpunktmäßig um den Aufbau der DDC-Druckausgabe und die Grundregeln zur Notationsvergabe sowie die Notationssynthese durch Anhängen von Schlüsseln aus den Hilfstafeln und anderen Haupttafeln. Auf Wunsch der Teilnehmer wurden aber auch die durch den Einsatz der DDC gegebenen erweiterten Retrievalmöglichkeiten ausführlich behandelt. Die Veranstaltung fand insgesamt ein sehr gutes Echo und soll weiterhin regelmäßig im Rahmen der Referendarausbildung des GBV angeboten werden.
SWD mit Datensätzen zu Druckschriften angereichert
Am 23. Februar 2009 wurde eine Datei des Deutschen Buch- und Schriftmuseums (DBSM), Leipzig, in die Schlagwortnormdatei (SWD) eingespielt. Im Zuge der Migration von Daten des Museums in den zentralen Katalog der Deutschen Nationalbibliothek sollen diese Schlagwörter eine normierte Recherche nach Schriftarten ermöglichen, in denen die vom Museum gesammelten Publikationen gedruckt wurden. Das DBSM strebte schon bisher an, bei der musealen Werk- und Objektbeschreibung möglichst viele Normdaten zu verwenden.
Die Schlagwörter zu den Schriftarten enthalten auch Verlinkungen zu den Schriftgestaltern in der Personennamendatei (PND) sowie zu den Typen herstellenden Firmen in der Gemeinsamen Körperschaftsdatei (GKD).
Eine Überarbeitung der Datensätze hin zu einer qualitativ hochwertigen Begriffsdatenbank zu Druckschriften erfolgt umgehend.
IFCS 2009 zusammen mit der 33. GfKl-Jahrestagung
Die International Federation of Classification Societies (IFCS) tagt in diesem Jahr gemeinsam mit der 33. Jahrestagung der Gesellschaft für Klassifikation (GfKl) in Dresden. Mitglieder der GfKl und andere an Klassifikationssystemen Interessierte berichteten vom 13.-18. März 2009 über ihre Forschungsprojekte bzw. stellten Ergebnisse vor.
Die GfKl ist eine interdisziplinär zusammengesetzte, wissenschaftliche Gesellschaft. Sie besteht seit 1977 und hat derzeit 239 Mitglieder. Ihre Arbeit vollzieht sich im Rahmen von Tagungen, Arbeitskreisen, tutoriellen Veranstaltungen, mittels Publikationen und durch Kooperationen mit einschlägigen nationalen oder internationalen Gesellschaften.
Die Vorträge werden wie in den Vorjahren auf dem Archivserver der TU Chemnitz online zur Verfügung gestellt.
Singapore-Framework für Anwendungsprofile auf deutsch
Die Arbeitsgruppe Übersetzungen des Kompetenzzentrums Interoperable Metadaten (KIM) hat das Singapore-Framework für Anwendungsprofile der Dublin Core Metadata Initiative (DCMI) aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.
Das Singapore-Framework legt die Rahmenbedingungen für die Definition von Dublin-Core-Anwendungsprofilen fest, um so Metadatenanwendungen interoperabel gestalten zu können.
Die Übersetzung steht zum Download als PDF auf der KIM-Homepage bereit.
Symposium "Umstieg auf MARC 21 - MARCing a new landscape in data exchange"
Im Juni 2009 wird das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt "Internationalisierung der deutschen Standards: Umstieg auf MARC 21" zu Ende gehen, das die Grundlagen für den Umstieg von MAB2 auf MARC 21 in Deutschland und Österreich gelegt hat.
Zum Abschluss des Projekts führt die Deutsche Nationalbibliothek (DNB) ein Symposium durch, zu dem wir Sie hiermit herzlich einladen. Im Rahmen der Veranstaltung werden neben Referenten aus der DNB, Gabriele Meßmer vom Bayerischen Bibliotheksverbund (BVB) und Cornelia Katz aus dem Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg (BSZ), die unmittelbar am Projekt beteiligt sind, auch drei hochrangige Vertreter aus dem internationalen MARC-Umfeld erwartet - außer Sally McCallum, der Leiterin des Network Development and MARC Standards Office an der Library of Congress, und Margaret Stewart, die als JSC-Vorsitzende und Mitglied des Canadian Committee on MARC, des MARC Advisory Committee und von MARBI die beiden Aspekte Format und Regelwerk gleichermaßen kompetent vertreten kann, auch Tom Delsey. Tom Delsey, der über zwanzig Jahre lang Führungspositionen an der Kanadischen Nationalbibliothek innehatte, war unter anderem Vorsitzender der IFLA Cataloguing Section und Mitglied einer Reihe von Arbeitsgruppen der IFLA. Dabei war er u.a. maßgeblich an der Entwicklung der FRBR beteiligt und hat im Rahmen einer Studie für die Library of Congress ein Mapping von MARC 21 auf die FRBR durchgeführt. Er ist der Herausgeber der RDA.
Die Veranstaltung wird am 2. Juni 2009 in Frankfurt am Main stattfinden. Wir hoffen, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diesen Termin gut mit einer Anreise nach Erfurt zum Deutschen Bibliothekartag verbinden können. Die Teilnahme an der Veranstaltung, die überwiegend in englischer Sprache durchgeführt wird, ist kostenlos. Wir bitten jedoch um Ihre verbindliche Anmeldung bis zum 20. Mai 2009 an afs@d-nb.de.
Die Deutsche Nationalbibliothek freut sich sehr, mit diesem Symposium zum Projektabschluss allen Interessierten noch einmal Gelegenheit für einen Gedankenaustausch zu bieten, um damit für den Einsatz des Formats MARC 21 zu werben und die Zusammenarbeit sowie das gegenseitige Verständnis im nationalen wie internationalen Rahmen zu befördern.
Treffpunkt Standardisierung
Der vom Vorsitzenden des Standardisierungsausschusses, Berndt Dugall, moderierte Treffpunkt Standardisierung beim 98. Deutschen Bibliothekartag in Erfurt findet am Mittwoch, den 3. Juni 2009 von 9:00 bis 12:00 Uhr statt und steht diesmal ganz im Zeichen der Regelwerke. Einleitend wird Prof. Heidrun Wiesenmüller das Modell der Functional Requirements for Bibliographic Records (FRBR) und seine Anwendungsmöglichkeiten vorstellen. Das Modell ist einer der Grundlagenstandards des neuen Regelwerks "Resource Description and Access" (RDA), über dessen aktuellen Stand die Vorsitzende des JSC, Margaret Stewart, berichten wird. Direkt im Anschluss daran wird Christine Frodl von der Arbeitsstelle für Standardisierung den Stand der Arbeiten zu RDA im deutschsprachigen Raum erläutern. Abgerundet wird das Programm durch eine Präsentation von Rita Albrecht, der Beiratsvorsitzenden des Normenausschusses Bibliotheks- und Dokumentationswesen (NABD) im DIN e.V., zur Arbeit des Arbeitsausschusses 9, Transliteration und Transkription, im Kontext von RDA.
Am Nachmittag des selben Tages findet von 13:30 bis 18:00 Uhr die Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme zum Thema "Verbundarbeit im Aufbruch" statt.
Normdatenanwendertreffen
In einer sich zunehmend vernetzenden Informations- und Medienlandschaft, die den Web-Benutzern weltweit eine schier unabsehbare Informationsflut bietet, sind überregional angewendete normierte Daten unabdingbar, um in der Recherche das Wesentliche aufzufinden und gleichzeitig von unwesentlichem Ballast zu trennen. Für die Suche im deutschsprachigen Raum bilden die im ganzen Bibliothekssektor und darüber hinaus verwendeten überregionalen Normdateien PND, GKD und SWD ein standardisiertes Vokabular für alle wesentlichen Sucheinstiege, und ermöglichen es, in systemübergreifenden Recherchen Ressourcen und Informationen eindeutig zu identifizieren, zu kontextualisieren und zuzuordnen. Im Projekt Virtual International Authority File (VIAF) werden die deutschsprachigen Normdateien darüber hinaus mit anderen führenden internationalen Normdateien vernetzt, um die Recherche auch über Landes- und Sprachgrenzen hinaus zu optimieren.
In sechs Präsentationen im Rahmen des Normdatenanwendertreffens beim Bibliothekartag in Erfurt am 4. Juni 2009 von 9:00 bis 12:00 Uhr sollen einige der neuen Entwicklungen und Praxisbeispiele im Bereich der Normdateien vorgestellt werden. Die Veranstaltung ist gedacht als ein Treffpunkt für alle Normdatenanwender mit Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch auch über die angebotenen Themen hinaus.
Personelles
Ulrike Junger leitet seit 1. März 2009 standortübergreifend in Leipzig und Frankfurt am Main die Abteilung Sacherschließung der Deutschen Nationalbibliothek. Ihr Dienstsitz ist Frankfurt am Main. Nach ihrem Studium der Psychologie und der Evangelischen Theologie und Stationen an der SUB Göttingen und der Verbundzentrale des Gemeinsamen Bibliotheksverbundes war sie seit 2001 an der Staatsbibliothek zu Berlin tätig, zunächst als Leiterin der Wissenschaftlichen Dienste, seit 2003 als Leiterin der Zeitschriftendatenbank. Schwerpunkt ihrer Arbeit an der Deutschen Nationalbibliothek werden die Weiterentwicklung etablierter Inhaltserschließungsverfahren und deren Ergänzung durch technologiegestützte Methoden sein.
Druckversion (pdf)
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http://www.d-nb.de/standardisierung/afs/newsletter.htm
ISSN 1862-5959
Herausgeber:
Deutsche Nationalbibliothek, Arbeitsstelle für Standardisierung,
Adickesallee 1, 60322 Frankfurt am Main
Für Fragen und Anregungen an die Redaktion wenden Sie sich bitte an: afs@d-nb.de.
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