Newsletter Standardisierung und Erschliessung

Nr. 7, April 2008

Editorial

Die aktuelle Ausgabe des Newsletter Standardisierung und Erschließung möchte Ihnen einen kurzen Überblick über die neuesten Entwicklungen in den verschiedenen Bereichen der Standardisierungsarbeit anbieten.

Wir freuen uns auf Ihre Anregungen oder Kommentare: afs@d-nb.de

Unsere Themen

Pfeil SprungmarkeUmstieg auf MARC 21
Pfeil SprungmarkeKonkordanzen MAB2 - MARC 21
Pfeil SprungmarkeBericht von den MARBI-Treffen in Philadelphia, USA 
Pfeil SprungmarkeResource Description and Access (RDA) 
Pfeil SprungmarkeRound Table on the New International Cataloging Standard RDA 
Pfeil SprungmarkeOnline-Kommunikation mit Normdaten 
Pfeil SprungmarkeExpertengruppen 
Pfeil SprungmarkeNeuer Kataloganreicherungsdienst der Deutschen Nationalbibliothek 
Pfeil SprungmarkeAktive Katalogisierung in der Zeitschriftendatenbank (ZDB) 
Pfeil SprungmarkeURN granular: Persistente Identifizierung und Adressierung von Einzelseiten digitalisierter Drucke 
Pfeil SprungmarkeMetadaten-Workshop in der Deutschen Nationalbibliothek 
Pfeil SprungmarkeTreffen der EDUG und International Symposium on New Perspectives on Subject Indexing and Classification 
Pfeil Sprungmarke9. Workshop DissOnline 
Pfeil Sprungmarke97. Deutscher Bibliothekartag in Mannheim 
Pfeil SprungmarkeISBD consolidated online zugänglich 
Pfeil SprungmarkeIFLA-CDNL Alliance for Bibliographic Standards (ICABS)

Umstieg auf MARC 21

Im Zuge der Vorbereitungen des Umstiegs von MAB2 auf MARC 21 als Austauschformat hat die Deutsche Nationalbibliothek (DNB) im vergangenen Jahr einige Änderungen und Ergänzungen an MARC 21 bei dem für Pflege und Weiterentwicklung des Formats verantwortlichen Machine Readable Bibliographic Information Committee (MARBI) beantragt, die mit einer Ausnahme bewilligt wurden. Diese Änderungen sind mit Veröffentlichung des Updates Nr. 8 vom Oktober 2007 offiziell dokumentiert und in Kraft getreten.

Die Library of Congress hat sich außerdem entschieden, für die Online-Dokumentationen sowohl die Concise-Versionen (wie bisher) als auch die Full-Versionen (neu) zu veröffentlichen. Dadurch sind nun auch online mehr Erläuterungen und weitere Informationen zugänglich.

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Konkordanzen MAB2 - MARC 21

Die Deutsche Nationalbibliothek hat Ende März die Konkordanzen von allen MAB2-Teilformaten nach MARC 21 in einer neuen, überarbeiteten und ergänzten Fassung auf ihrer Website veröffentlicht.

Die Ergänzungen, die aus den erfolgreichen Anträgen an MARBI resultieren, sind ebenso eingearbeitet wie die Festlegungen der Expertengruppe Datenformate für den deutschen und österreichischen Raum, die "MARC-21-Anwenderebene". Zudem sind neu bei der Library of Congress beantragte und bewilligte Codierungen (zu Regelwerken, Klassifikationen, Nummernsystemen u.Ä.) integriert. Außerdem wurden weitere Anregungen aufgegriffen, welche die Les- und Benutzbarkeit erhöhen sollen. Ergänzt wurden auch die bisher noch nicht veröffentlichten provisorischen Teilformate MAB-NOTAT - MARC Classification und MAB-ADRESS - MARC Community Information.

Die Konkordanz dokumentiert den jetzt erreichten konsolidierten Stand und gleichzeitig die erzielte Verständigung der Experten über die formattechnischen Sachverhalte und ihre Abbildung im künftigen Austauschformat zwischen Bibliotheken in Deutschland und Österreich. Auf dieser Basis kann eine Implementierung von MARC 21 für die verschiedenenen Schnittstellen in den unterschiedlichen Institutionen und Systemen erfolgen.

Die aktuelle Fassung der Konkordanzen ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg hin zur Verwirklichung des Ziels, ab Ende des Jahres 2008 MARC 21 als einheitliches Austauschformat zu verwenden.

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Bericht von den MARBI-Treffen in Philadelphia, USA

Im Rahmen der ALA Midwinter Conference 2008 vom 11. - 16. Januar 2008 in Philadelphia, USA fanden die Treffen des Machine Readabable Bibliographic Information Committee (MARBI) statt.

Auf der Tagesordnung von MARBI stand als einziger Punkt mit unmittelbar deutscher bzw. österreichischer Beteiligung die abschließende Diskussion und Abstimmung über ein Proposal-Papier zur Dewey Decimal Classification (DDC). In diesem Antrag ging es aus unserer Sicht hauptsächlich darum, die Informationen aus dem MAB-TITEL-Feld 705 DDC "analytisch" in MARC 21 abbildbar zu machen: mehrere Notationen zu einer Publikation, die einzelnen Bestandteile jeder Notation und die Kennzeichnung der katalogisierenden Institution. Ein umfassendes Proposal, das nach eingehenden Absprachen vom "Dewey Editorial Team", der Deutschen Nationalbibliothek, der Library of Congress und OCLC eingebracht worden war, bildete die Grundlage. In der Substanz wurde das Papier zu 100 % positiv abgestimmt. Das bestehende Feld 082 ist - auf Wunsch von MARBI - weitgehend unverändert geblieben, für die weiteren Notationen wird das Feld 083 eingerichtet, und für die Bestandteile der Notationen das Feld 085, angelehnt an das Feld 765 im MARC 21 Classification Format. Das neue Unterfeld $q dient zur Kennzeichnung der katalogisierenden Institution. Zugleich ist es jetzt auch möglich, die DDC-Daten selbst in MARC 21 Classification zu liefern. Diese jetzt beschlossenen Ergänzungen werden erst in das Update 9 zu MARC 21 aufgenommen, das 2009 erscheinen wird. Für die Anwendung im Rahmen des Formatumstiegs muss für die Zwischenzeit ein Feld aus der Anwenderebene (089) benutzt werden.

Lediglich diskutiert, wurde die Abschaffung des Feldes 440, das im Stücktitelsatz für die Ansetzungsform der Überordnung verwendet wird. Ein Vorschlag hierzu soll zur nächsten MARBI-Sitzung im Juni 2008 als Proposal vorgelegt werden.

Ein weiteres zentrales Thema in MARBI war das Diskussionspapier zum neuen Regelwerk Ressource Description and Access (RDA). Eine Grundsatzdiskussion fand nur in Ansätzen statt. Es wurden einige Details diskutiert, die im Juni/Juli 2008 in einem Proposal wieder auftauchen sollen. Eine Anzahl von weiteren Problempunkten soll außerdem konkretisiert und weiter diskutiert werden. Noch nicht geklärt werden konnte, ob dazu ein zweites Discussion Paper erstellt werden soll und ob es notwendig werden könnte, eine außerordentliche MARBI-Sitzung für Herbst 2008 einzuberufen.

FRBR und FRAD sind auf dem Weg, als grundlegende Modelle in das Regelwerk einzugehen und damit auch im Datenformat anzukommen.
Die schon lange bestehende Vereinbarung, das Sigelverzeichnis der Staatsbibliothek zu Berlin in das System zur Verwaltung der MARC Organization Codes einzubinden, kann jetzt realisiert werden. Die entsprechenden Seiten bei der Library of Congress sind gründlich überarbeitet worden. Einige Anpassungen beim Umgang mit bisherigen MARC Organization Codes sind noch vorzunehmen.

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Ressource Description and Access

Die Arbeitsstelle für Standardisierung hat am 17. März 2008 fristgerecht die Stellungnahme aus dem deutschsprachigen Raum zu Resource Description and Access (RDA), Sections 2-4 and 9 an das Joint Steering Committee for Development of RDA (JSC) geschickt und sich mit einer Veröffentlichung auf der Website des JSC einverstanden erklärt.

Das JSC hatte am 17. Dezember 2007 die Entwürfe zu den Ansetzungsregeln (Sections 2-4 und 9; früher Part B) der RDA und einen überarbeiteten Informationstext "Prospectus" veröffentlicht.

Die Stellungnahme ist unter Beteiligung der Expertengruppen des Standardisierungsausschusses erarbeitet worden und sowohl auf der Website der Deutschen Nationalbibliothek als auch auf der des JSC veröffentlicht.

Der Gesamtentwurf von RDA ist für Anfang Juli 2008 angekündigt.

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Round Table on the New International Cataloging Standard RDA

Im Vorfeld des Bibliothekartags wird die Vorsitzende des JSC, Deirdre Kiorgaard von der National Library of Australia, in der Deutschen Nationalbibliothek zu Gast sein.

Die Deutsche Nationalbibliothek veranstalt am 3. Juni 2008 von 11:00 - 13:00 Uhr ein "Round Table on the New International Cataloging Standard RDA" mit Frau Kiorgaard. Es findet im  Vortragssaal der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main statt. Diese Veranstaltung richtet sich an Kolleginnen und Kollegen, die sich über die neueste Entwicklung bei RDA informieren wollen. Die Teilnahme an der englischsprachigen Veranstaltung ist kostenlos.

Online-Kommunikation mit Normdaten

Am 7. April 2008 wurde das Online-Redaktionsverfahren für die PND eingeführt. Ab diesem Stichtag werden die im Rahmen der Online-Kommunikation mit Normdaten vereinbarten Änderungen in der überregionalen PND und der Workflow zwischen den Verbund-PNDs in den produktiven Betrieb übernommen sowie das Redaktionsverfahren in der überregionalen PND auf das Online-Redaktionsverfahren umgestellt.

Das Verfahren wird seit Anfang März im PICA-Testsystem von den Kooperationspartnern getestet, die in Zukunft die Online-Normschnittstelle nutzen möchten.

Es wurden zur Vereinfachung des PND-Redaktionsverfahrens neue Felder im Datenformat eingerichtet (später auch für die SWD und die GKD); vorhandene Felder wurden umstrukturiert und vereinfacht sowie wenige gestrichen.

Wichtige Neuerungen sind die Einführung eines Katalogisierungslevels und die Angabe der Urheber-Bibliothek des Datensatzes sowie der redaktionell zuständigen Verbund-Redaktion in Form einer ISIL (Internationales Bibliothekssigel) der Institution.

Alle Anwender - auch die PICA-Partner - werden die neuen Felder nutzen. Die PND-Redaktionsanleitung wird derzeit aktualisiert, um allen Anwendern eine schriftliche Arbeitsanleitung für die Arbeit mit der überregionalen Normdatei vorzulegen. Dazu wird im April 2008 zum zweiten Mal ein Treffen der PND-Redakteure in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt stattfinden. Ziel ist es, das Redaktionsverfahren zu straffen und die Befugnisse einzelner Redaktionen für die Bearbeitung verbundfremder Datensätze auszuweiten.

Ab dem genannten Stichtag werden die Verbundredaktionen der Aleph-Verbünde hbz, BVB und OBV  - wie bereits seit einiger Zeit von der HBZ-Redaktion praktiziert - ihre Updates in die PND über die Online-Normschnittstelle liefern. Die Datensätze werden im MAB-Format des jeweiligen Verbundes vom Bearbeiter eingegeben und per Knopfdruck über die Schnittstelle in die überregionale PND geliefert. Als erster Aleph-Verbund wird der HBZ-Verbund voraussichtlich im Mai 2008 die Eingabe über die Online-Update-Schnittstelle auf die Verbundbibliotheken ausweiten; der BVB und der OVB werden damit zu einem etwas späteren Termin beginnen (voraussichtlich Ende Mai).

Auch für die an der PND teilnehmenden PICA-Verbünde wird die Belegung der neuen Datenfelder sowie das geänderte Redaktionsverfahren ab dem 7. April wirksam. Die Bearbeiter erfassen allerdings weiterhin über den PICA-Client zuerst in der überregionalen PND und kopieren wie bisher den Datensatz dann per Script in das jeweilige Verbundsystem.

Für die Rücklieferung aller Neuerfassungen, Änderungen und Löschungen aus der überregionalen PND in die Verbundsysteme kann ab dem 7. April das OAI-Verfahren produktiv von den Bibliotheksverbünden genutzt werden.

Für den HBZ-Verbund wird Anfang Mai 2008 eine PND-Grundlieferung bereitgestellt. Sie kann auch von den anderen Bibliotheksverbünden kostenfrei abgerufen werden. Da im Laufe des Mai die Einspielung der Daten des Deutschen Musikarchivs (DMA) vollzogen wird, wird die DNB Ende Mai 2008 kostenfrei eine weitere Grundlieferung anbieten, die die DMA-Änderungen enthält.

Nach erfolgreicher Einführung in der PND soll die Online-Kommunikation auch in der SWD eingeführt werden.

Expertengruppen

Im Februar 2008 haben die Expertengruppen Sacherschließung, Normdaten, Datenformate und Formalerschließung zum ersten Mal in der neuen Zusammensetzung getagt. Darüber hinaus fanden Treffen der Arbeitsgruppe Musik und der neugegründeten SWD-Redaktionsgruppe zur Online-Kommunikation statt.
Schwerpunkt aller Expertengruppensitzungen war die Erarbeitung der bereits erwähnten gemeinsamen Stellungnahme zu den Entwürfen des JSC zu den Sections 2-4 und 9 der RDA.
Die Protokolle der Expertengruppen werden auf der Website der Deutschen Nationalbibliothek veröffentlicht.

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Neuer Kataloganreicherungsdienst der Deutschen Nationalbibliothek

Seit dem Jahr 2005 stellt die Deutsche Nationalbibliothek ihren Kunden über die reine bibliografische Beschreibung hinausgehende Zusatzinformationen zu einzelnen Publikationen zur Verfügung. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um inhaltsbeschreibende Informationen, die die Deutsche Nationalbibliothek von Verlagen über die MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH erhält, auf ihren Servern speichert und als Hyperlink via Katalog oder Datendienst an ihre Kunden weitergibt. Bis heute konnten in dieser Form ca. 160.000 Titelsätze angereichert werden.

Seit dem 26. Februar diesen Jahres betreibt die Deutsche Nationalbibliothek zusätzlich einen eigenen Anreicherungsservice. Hierbei werden die Inhaltsverzeichnisse der monografischen Neuerscheinungen aus dem Verlagsbuchhandel (Reihe A) mit Ausnahme von belletristischen Werken, Kinder- und Jugendliteratur, Schulbüchern und Publikationen des Auslandes gescannt, mit Texterkennungssoftware nachbearbeitet und die Links auf diese Objekte über den Katalog und die Datendienste bereitgestellt. Aus verarbeitungstechnischen Gründen können die Hyperlinks auf diese Inhaltsverzeichnisse allerdings erst Ende April/Anfang Mai aktiviert werden.

Insgesamt werden über diese neue Dienstleistung der Deutschen Nationalbibliothek ca. 75.000 Monografien im Jahr vertieft erschlossen und damit die Such- und Beurteilungsmöglichkeiten bei der Katalogrecherche nachhaltig verbessert.

Aktive Katalogisierung in der Zeitschriftendatenbank (ZDB)

Vor gut einem Jahr, am 1. März 2007, begann die Deutsche Nationalbibliothek, ihre Zeitschriften und Schriftenreihen aktiv in die ZDB zu katalogisieren.

Gleichzeitig wurde mit der Integration der bis zum 1. März 2007 im PICA-Iltis-System der Deutschen Nationalbibliothek bereits vorhandenen Zeitschriften- und Schriftenreihendaten seit 1913, den sog. Altdaten, in die ZDB begonnen, die rund 335.000 Datensätze umfassen. Darunter sind u. a. die Datensätze zu circa 60.000 laufenden Zeitschriftentiteln sowie zu rund 63.000 Schriftenreihen. Außerdem wurden die Angaben von circa 210.000 konventionellen Katalogzetteln aus den alten Zettelkatalogen in Leipzig und Frankfurt im Rahmen eines Konversionsprojekts elektronisch erfasst.

Aufgrund der zu bewältigenden Datenmengen war von Beginn an klar, dass ein rein intellektuelles und manuelles Verfahren für die Integration der Altdaten in die ZDB aus ökonomischen Gründen nicht in Frage kommen würde. Deshalb wurde mit dem maschinellen Abgleich ein automatisiertes Verfahren entwickelt, das aus einem Programmpaket mit einer so genannten Match- und einer Merge-Komponente besteht. Mit Hilfe des Verfahrens sollte eine möglichst hohe, verlässliche Trefferquote 1 : 1 erzielt werden. Über den maschinellen Abgleich wurden rund 335.000 Datensätze an der ZDB geprüft. Davon wurden im Durchschnitt der Schriftenreihen und Zeitschriften rund 23 % als Treffer (= ein ZDB-Datensatz war schon vorhanden) und rund 26 % als Neu (= in der ZDB war der entsprechende Titel noch nicht vorhanden) bearbeitet. Rund 50 % der Datensätze müssen allerdings intellektuell geprüft und manuell nachbearbeitet werden. In der Teilmenge der Schriftenreihendatensätze konnte dagegen eine maschinelle Bearbeitungsquote von rund 75 % (Treffer und Neu) erzielt werden.

Die intellektuelle und manuelle Bearbeitung der restlichen Datensätze wird trotz des Einsatzes zusätzlichen Personals allerdings einige Jahre in Anspruch nehmen. Mit Priorität werden die laufenden Titel bearbeitet. Damit die Bearbeitung der Altdaten nicht zu zeitaufwändig wird, wurde der maschinelle Abgleich so konzipiert, dass die Programme auch für die manuelle Bearbeitung nachgenutzt werden können.

Ein Kernstück für die künftige Katalogisierung sowie für die retrospektive Datenintegration ist das gemeinsame Datenformat, das zum 1. März 2007 in der ZDB eingeführt wurde. Die Deutsche Nationalbibliothek hat das von der ZDB verwendete PICA-Datenformat und dementsprechend das "ZETA - Format und Konventionen für die Zeitschriften-Titelaufnahme in der Zeitschriftendatenbank" übernommen. Es bestand dennoch die Notwendigkeit, das ZDB-Datenformat an den Stellen zu erweitern oder zu ändern, an denen die Deutsche Nationalbibliothek aufgrund der Herstellung der verschiedenen bibliografischen Dienstleistungen sowie durch die gesetzliche Aufgabe der Langzeitarchivierung von Netzpublikationen und die geplante Integration ihrer Altdaten in die ZDB besondere, nicht "abschaffbare" Erfordernisse hat. Das Ergebnis ist gemessen an dem Umfang und der Komplexität der Formatharmonisierung sehr erfreulich ausgefallen. Die Arbeitsgemeinschaft der Datenbankteilnehmer (AGDBT) der ZDB hat in ihrer 34. Sitzung im November 2006 das neue, gemeinsame Datenformat zustimmend zur Kenntnis genommen.

Seit dem 1. März 2007 hat die Deutsche Nationalbibliothek ca. 4.200 Neuaufnahmen in der ZDB erstellt, ihre Bestandsangaben an über 7.600 ZDB-Datensätze angehängt und zahlreiche Updates an Datensätzen vorgenommen.

URN granular: Persistente Identifizierung und Adressierung von Einzelseiten digitalisierter Drucke

Am Beispiel der Sammlung Ponickau (Aktionslinie Digitalisierung VD 16/ VD 17 der DFG) hat die Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt (ULB, Halle) gemeinsam mit der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) und der Firma semantics GmbH (Aachen) ein Verfahren zur Registrierung von Persistent Identifiern für die Einzelseiten von Digitalisaten realisiert. Im Rahmen des Projekts  "URN granular" wurde das von der DNB angewendete Verfahren der Vergabe von Uniform Resource Names (URNs) für Netzpublikationen so erweitert, dass es nun auch für Teile einer Netzpublikation genutzt werden kann. Damit wird eine Forderung der aktuellen Entwurfsfassung der "Praxisregeln im Förderprogramm Kulturelle Überlieferung" der DFG erfüllt, die eine persistente Adressierung von Digitalisaten mit größtmöglicher Granularität verbindlich vorschreibt.

Die eindeutige Identifizierung und die Adressierbarkeit von Einzelseiten digitalisierter Drucke "auf Dauer" sind von grundsätzlicher Bedeutung für deren Zitierbarkeit und Verifizierbarkeit bei der Weiterverwendung in wissenschaftlichen Arbeiten. Für die Sammlung Ponickau werden URNs auf Werk- und auf Einzelseitenebene vergeben. In die Digitalisate ist auf Seitenebene eine Bildleiste mit dem URN eingefügt (vgl. http://dfg-viewer.de). Die Auflösung der URNs erfolgt über den URN-Resolver in der DNB. Die URNs werden dafür via OAI-PMH-2.0-Harvesting nach dem erweiterten xepicur-Schema vollautomatisiert an die DNB übermittelt.

Das Harvesting-Verfahren läuft nach einer Probephase nunmehr im Regelbetrieb. Im Rahmen des Projekts der ULB Sachsen-Anhalt werden ca. 9.000 Drucke mit 600.000 zu adressierenden Einzelseiten digitalisiert.

Metadaten-Workshop

Am 22. Februar 2008 hat unter der Leitung des Arbeitskreises Elektronisches Publizieren (AKEP) und der Deutschen Nationalbibliothek sowie der Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH (MVB) ein Workshop zum Thema Metadaten stattgefunden.

Grundlage war das Metadaten-Kernset der DNB, das auf dem Standard ONIX for Books basiert. Der Schwerpunkt der Diskussionen war auf monografische, abgeschlossene Netzpublikationen gerichtet, in Abgrenzung zu Zeitschriften, Online-Datenbanken oder Audiobooks. Die einzelnen Elemente des Kernsets wurden erläutert und diskutiert.

Im Ergebnis wurde deutlich, dass die vorgeschlagenen Felder, mit kleinen Überarbeitungen als Mindest-Standard für Datenaustauschprozesse zwischen Verlagen, MVB und DNB akzeptiert werden.

Die DNB wird das überarbeitete Kernset im Laufe der nächsten Wochen auf ihrer Website zur Verfügung stellen.

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Treffen der EDUG und International Symposium on New Perspectives on Subject Indexing and Classification

Am 9. April 2008 fand in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main das 2. Treffen der European DDC User's Group (EDUG) statt. EDUG dient der Zusammenarbeit aller Europäischen Nationalbibliotheken bzw. nationalbibliografischen Zentren die die Dewey Decimal Classification (DDC) anwenden und darüber hinaus aller in Europa an DDC Interessierten. Beim diesjährigen Treffen versammelten sich 18 Teilnehmer aus 11 Ländern.

EDUC entstand 2007 auf Initiative der Schweizerischen und der Deutschen Nationalbibliothek, um die Interessen der europäischen DDC-Anwender zu bündeln und Vorschläge für die Weiterentwicklung der DDC entsprechend den Bedürfnissen europäischer Bibliotheksbenutzer zu erarbeiten. Im engen Kontakt mit dem DDC-Editiorial Policy Committee und OCLC sind derzeit bereits drei EDUG-Arbeitsgruppen diesem Ziel verpflichtet.

Neue Perspektiven in der Sacherschließung mit einem Schwerpunkt auf der DDC wurden am 10. April 2008 bei einem internationalen Gedenksymposium zu Ehren Magda Heiner-Freilings in der Deutschen Nationalbibliothek präsentiert.

Magda Heiner-Freiling war mehr als 30 Jahre eine treibende Kraft in Sachen verbaler Sacherschließung, internationaler Vernetzung und zuletzt bei der Einführung der DDC im deutschsprachigen Bibliotheksraum. Die Präsentationen der Veranstaltung werden in Kürze online zur Verfügung stehen. Sie bilden den Grundstein für eine Publikation mit zahlreichen internationalen Beiträgen zu Themen der Inhaltserschließung, die im Juli 2008 erscheinen wird.

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9. Workshop DissOnline

Im Januar dieses Jahres endete das vorläufig letzte DissOnline-Projekt, DissOnline-Portal. Als ein Ergebnis dieses Projekts können Sie jetzt auch in den Volltexten der Online-Dissertationen und -Habilitationen suchen. Aus dem Projekt DissOnline-Tutor sind, in Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen und der Humboldt Universität Berlin, für die Autoren von Dissertationen und Habilitationsschriften Werkzeuge für die Textverarbeitungssysteme Microsoft Word, OpenOffice und StarOffice und für das Textsatzsystem LateX sowie Handreichungen und Schulungsmaterialien entstanden, die über die Koordinierungsstelle DissOnline verfügbar sind.

An der Deutschen Nationalbibliothek hat sich durch die Erweiterung des Sammelauftrags auf Netzpublikationen auch der Kontext für die Online-Dissertationen und -Habilitationen geändert. Diese neue Entwicklung soll in dem geplanten Workshop vorgestellt werden. Darüber hinaus soll mit Beiträgen zu rechtlichen und technischen Fragen der Rahmen zu einem regen Erfahrungsaustausch geben werden.

Der Workshop findet am 5. Mai 2008 in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main von 11:00 Uhr bis ca. 16:30 Uhr statt.

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97. Deutscher Bibliothekartag in Mannheim

Die Arbeitsstelle für Standardisierung der Deutschen Nationalbibliothek ist mit zwei Veranstaltungen auf dem 97. Deutschen Bibliothekartag in Mannheim vertreten:

Treffpunkt Standardisierung am Mittwoch, den 4. Juni 2008 von 16:00 - 18:00 Uhr mit folgenden Beiträgen:

Normdatenanwendertreffen am Donnerstag, den 5. Juni 2008 von 16:00 - 18:00 Uhr mit folgenden Beiträgen:

Am Donnerstag, den 5. Juni 2008 steht die Vorsitzende des JSC, Deirdre Kiorgaard, am Stand der Deutschen Nationalbibliothek (Nr. 127) für Gespräche zur Verfügung.

Die Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme bietet am Donnerstag, den 5. Juni 2008 von 9:00 - 12:00 Uhr und von 13:30 - 15:30 Uhr eine Veranstaltung zum Thema "Web 2.0, Bibliothek 2.0, Verbund 2.0. Zukunftsweisende Aktivitäten und Kooperationen Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme" an.

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ISBD consolidated online zugänglich

Die International Standard Bibliographic Description (ISBD) ist seit Februar 2008 in einer Online-Version zugänglich. Gemäß den Absprachen mit dem Verlag K. G. Saur kann die Datei weder ausgedruckt noch kopiert werden.

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IFLA-CDNL Alliance for Bibliographic Standards (ICABS)

Seit 1. März 2008 ist Caroline Brazier von der British Library die neue Vorsitzende des ICABS Advisory Boards. Sie löst Renate Gömpel ab, die diese Funktion seit der Gründung der Allianz im Jahre 2003 innehatte. Vereinbarungsgemäß wechselt damit auch das Sekretariat von ICABS nach Großbritannien.

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http://www.d-nb.de/standardisierung/afs/newsletter.htm

ISSN 1862-5959

Herausgeber:
Deutsche Nationalbibliothek, Arbeitsstelle für Standardisierung, Adickesallee 1, 60322 Frankfurt am Main

Für Fragen und Anregungen an die Redaktion wenden Sie sich bitte an: afs@d-nb.de.

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