Newsletter Standardisierung und Erschließung

Nr. 3, Oktober 2006

Editorial

 Mit der aktuellen Ausgabe erscheint der "Newsletter Standardisierung und Erschließung" zum dritten Mal in diesem Jahr und versorgt Sie mit aktuellen Informationen aus dem Bereich der Standardisierung und Erschließung.

Wir freuen uns auf Ihre Anregungen oder Kommentare: afs@d-nb.de.

Unsere Themen

Pfeil SprungmarkeEntwicklung der Resource Description and Access (RDA)
Pfeil SprungmarkeUmstieg auf MARC 21
Pfeil SprungmarkeAktualisierung 2006 der RAK-Musik-Anlage M 9
Pfeil Sprungmarke4. IFLA Meeting of Experts on an International Cataloguing Code in Seoul
Pfeil SprungmarkeNeues aus den IFLA-Sektionen Cataloguing und Classification and Indexing
Pfeil SprungmarkeIFLA-CDNL Alliance for Bibliographic Standards (ICABS)
Pfeil SprungmarkeKompetenzzentrum für Interoperable Metadaten (KIM) - als DCMI Affiliate im deutschsprachigen Raum
Pfeil SprungmarkeDie Deutsche Nationalbibliothek auf der Frankfurter Buchmesse

Entwicklung der Resource Description and Access (RDA)

Das Joint Steering Committee for Revision of Anglo-American Cataloguing Rules (JSC) bereitet ein neues, international anwendbares Regelwerk vor, das den Titel Resource Description and Access (RDA) tragen und die AACR2 ablösen soll. Das neue Regelwerk deckt alle Medientypen ab und ist nicht nur in Bibliotheken, sondern auch in Archiven und Museen anwendbar. Die ursprüngliche Aufteilung von RDA in Part I (Resource Description), Part II (Relationships) und Part III (Access Point Control) wurde zugunsten von zwei Teilen aufgegeben. Part A umfasst die bisher geplanten Parts I und II; Part B deckt Part III ab.

Das JSC hat im Juni 2006 den Entwurf zu den Kapiteln 6 und 7 von Part A auf seiner Website veröffentlicht und weltweit zu Stellungnahmen eingeladen.
Kapitel 6 (Related resources) beinhaltet Beziehungen zwischen Ressourcen und die Möglichkeiten die es gibt, diese Beziehungen darzustellen. In Kapitel 7 (Persons, families, and corporate bodies associated with a resource) werden die Sucheinstiege für Personen, Familien und Körperschaften zu einer Ressource geregelt. Die bisherigen Begriffe main entry (Haupteintragung) und added entry (Nebeneintragung) werden durch primary access point (Hauptsucheinstieg) und additional access point (zusätzlicher Sucheinstieg) ersetzt. Lediglich der primary access point (Hauptsucheinstieg) ist in Kapitel 7.2 (General guidelines on choosing the primary access point) Pflicht, alle weiteren Regelungen in den Kapiteln 6 und 7 sind optional.

Im Juli fanden in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main eine gemeinsame Sitzung der Expertengruppen Formalerschließung und Online-Ressourcen und eine gemeinsame Sitzung der Normdatein-Expertengruppen GKD, PND und RSWK/SWD statt, um über eine Stellungnahme aus dem deutschsprachigen Raum zu beraten. Die Protokolle der Expertengruppensitzungen stehen auf der Webseite der Deutschen Nationalbibliothek zur Verfügung.

Nachfolgend einige Punkte aus der abgegebenen Stellungnahme:
Es wird begrüßt, dass eine breitere Diskussion über die Einbeziehung von sachlichen Sucheinstiegen und Beziehungen geführt werden soll.
Die RDA streben eine Umsetzung des Modells der Functional Requirements for Bibliographic Records (FRBR) an. Demnach müssten sich die in Kapitel 6 dargestellten Beziehungen auf die FRBR-Ebenen work, expression, manifestation und item stützen, was aber durch den häufig verwendeten, allgemeinen Begriff resource nicht deutlich wird.

Die Trennung von Pflicht- und optionalen Elementen wird auf der einen Seite positiv gesehen, da sie ein schlankes Regelwerk erwarten lässt. Andererseits lassen die vielen optionalen Eintragungen einen großen Spielraum. Nationale, verbundübergreifende und einheitliche Anwendungsrichtlinien müssen hierfür erarbeitet werden, um das vom Standardisierungsausschuss gewünschte Maß an Einheitlichkeit zu wahren. Darüber hinaus werden internationale Absprachen nötig sein, um einen effektiven internationalen Datenaustausch zu ermöglichen.

In Kapitel 6.1.2 (Conventions used to record relationships between resources) werden fünf Möglichkeiten genannt, Beziehungen darzustellen. Dies sind: citation, access point, embedded description, informal reference und resource identifier. Es wird angeregt, bereits im Regelwerk deutlicher die Anwendungspräferenzen zu erläutern, da eine Unterscheidung und Abgrenzung der Begriffe trotz vorhandener Definition noch nicht eindeutig ist. Als Beispiel hierfür werden die Begriffe citation und access point genannt. Darüber hinaus wird vorgeschlagen, in die fünfte Möglichkeit der Standard-Identifier record identification numbers mit einzubeziehen.

In der Stellungnahme wird vorgeschlagen, die rule of three, also die Berücksichtigung von bis zu drei Verfassern bei Eintragungen, abzuschaffen und zusätzliche Sucheinstiege zuzulassen, da in der zahlenmäßigen Begrenzung im heutigen EDV-Zeitalter kein Sinn mehr gesehen wird.

Sowohl in den Expertengruppen als auch in der RDA discussion list wird die Funktionalität eines primary access points diskutiert. Da eine Haupteintragung für die Erstellung von Zitaten und Listen notwenig ist, wird in der Stellungnahme vorgeschlagen, den primary access point als Einstiegselement einer citation zu definieren und den Titel als Namen bzw. Bezeichnung von work, expression, manifestation und item zu definieren. Es wird vorgeschlagen, dass der Hauptverantwortliche der Publikation oder die zuerst genannte Person, Familie oder Körperschaft den primary access point bekommt, um weiterhin Titelfassungen liefern zu können, die der Zitierpraxis entsprechen.

Die gewichtige Rolle, die Körperschaften auch im Hinblick auf Hauptsucheinstiege im RDA-Entwurf einnehmen, wird in den Expertengruppen aus Aufwandsgründen teilweise kritisch gesehen.
Die Sonderregeln für Rechtsmaterialien sind stark auf das angloamerikanische Recht ausgelegt und lassen sich nicht auf europäische oder deutsche Rechtsmaterialien übertragen. Es wird angeregt, Regelungen für andere Rechtssysteme mit einzufügen.
Zu den Sonderregeln für Musikalien wird bei interpretengebundener Musik (Jazz, Rock, Pop und dergleichen) vorgeschlagen, dem Interpreten den primary access point zu geben. Weiter wird angeregt, die Begriffe Familie und Körperschaft noch klarer zu definieren. Aus den vorhandenen Definitionen geht nicht deutlich genug hervor, wann eine Einheit als Familie angesehen wird und wann als Körperschaft.

Für Gremien, die nicht Mitglied des JSC sind, lief die Stellungnahmefrist am 1. September 2006 ab. Gremien, die Mitglied des JSC sind, wurden gebeten, ihre Stellungnahme bis zum 18. September 2006 abzugeben.
Die vollständige Stellungnahme aus dem deutschsprachigen Raum kann auf der Website der Deutschen Nationalbibliothek und über die JSC-Webseite abgerufen werden. Auf der Webseite des JSC wurden einige neue Dokumente veröffentlicht, darunter der Informationstext „ Prospectus“, Arbeitsdokumente, die bisher nur intern zur Verfügung standen, und Stellungnahmen aus anderen Ländern und Gremien. Seit Kurzem sind dort auch die Entwürfe für die noch ausstehenden Abschnitte der Kapitel 3.2 (Media category), 3.3 (Type of carrier) und 4.2 (Content category) veröffentlicht.

Das nächste JSC-Meeting findet im Oktober 2006 in Washington D.C. statt. Im Dezember 2006 soll laut einer Ankündigung des JSC der Entwurf zu Part B veröffentlicht werden, womit sich die Arbeiten zur Erstellung des neuen Regelwerks im Zeitplan befänden.

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Umstieg auf MARC 21

Die Beschlüsse des Standardisierungsausschusses zur Internationalisierung der deutschen Standards vom 15. Dezember 2004 sehen als ersten Meilenstein die flächendeckende Einführung von MARC 21 als Austauschformat vor. Die Verbundsysteme als größte Datenproduzenten haben sich verpflichtet, MARC 21 einheitlich, d. h. ohne verbundspezifische Besonderheiten, einzuführen und anzuwenden.

Bis Januar 2007 sollen die Vorbereitungen zur Einführung von MARC 21 als einheitlichem Transportformat abgeschlossen sein. Die Vorarbeiten umfassen vor allem drei Teilbereiche: Erstellung einer Konkordanz MAB2 – MARC 21, Durchführung von Expertenworkshops sowie Aufbau und Pflege von Kontakten zu internationalen Gremien und Experten. Außerdem soll ein Editionssystem als Arbeitsplattform entwickelt werden, die das Format MARC 21 zur Anzeige, Pflege, Dokumentation und Druckausgabe bringt, und eine tabellarische Darstellung der Abbildung von MAB2 auf MARC 21 beinhaltet. Darüber hinaus soll eine Übersetzung des MARC-Concise-Formats ins Deutsche erstellt und in das Editionssystem eingebunden werden.

Das Machine-Readable Bibliographic Information (MARBI) Committee ist das Gremium, das für die Pflege und Entwicklung des Formats MARC 21 zuständig ist. Die Sitzungen von MARBI finden zweimal jährlich jeweils im Rahmen der Tagungen der American Library Association (ALA) statt und sind für Beobachter und Gäste offen. Am 24. und 25. Juni 2006 tagte MARBI in New Orleans. Reinhard Altenhöner, der Leiter der IT-Abteilung der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) und Vorsitzende der Expertengruppe Datenformate, und Reinhold Heuvelmann, Abteilung IT der DNB, sowie Beate Rusch vom Kooperativen Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg (KOBV) haben daran teilgenommen. Reinhold Heuvelmann hat während der Sitzung bereits zum zweiten Mal einen Sachstandsbericht über die Vorbereitung des Formatumstiegs in Deutschland und Österreich geben. Außerdem hat ein längeres Expertengespräch mit Vertretern der Library of Congress und Library and Archives Canada stattgefunden, in dem Details besprochen werden konnten.

Zur Erweiterung und Vertiefung von vorhandenen Kenntnissen über das Zielformat MARC 21 in Deutschland wurden schon in der Anfangsphase der Arbeiten für den Formatumstieg eine Reihe von Expertenworkshops geplant. Im Juli 2005 wurde ein MARC-21-Workshop mit Randall Barry von der Library of Congress durchgeführt. Ein zweiter Workshop hat vom 27. - 29. September 2006 stattgefunden. Als Expertin konnte Sally McCallum, die Leiterin der Abteilung Network Development and MARC Standards an der Library of Congress, gewonnen werden. Teilnehmer des Workshops waren die Spezialisten der Deutschen Nationalbibliothek und die Expertengruppe Datenformate. Im Rahmen des Workshops wurden u. a. auch die Ergebnisse der Konkordanz sowie das weitere Vorgehen im Hinblick auf die erkannten Lücken diskutiert. Das Ziel hierbei war es, gemeinsame Lösungen zu finden und nötigenfalls Anträge zur Einrichtung neuer Felder in MARC 21 zu formulieren, die bei der nächsten Sitzung von MARBI im Januar 2007 als Discussion paper eingebracht werden können, so dass bei der Sitzung im Juni ein Beschluss über die deutschsprachigen Vorschläge herbeigeführt werden kann.

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Aktualisierung 2006 der RAK-Musik-Anlage M 9

Die „Regeln für die alphabetische Katalogisierung von Ausgaben musikalischer Werke“, kurz „RAK-Musik“ genannt, führen in der Anlage 9 maßgebliche Werkverzeichnisse auf und die Zählweise der Werke in Einheitssachtiteln.

Die RAK-Musik-Ausgabe 2003 erhielt im Jahre 2005 bereits eine erste Aktualisierung der Anlage 9, die auf der Website der Deutschen Nationalbibliothek kostenfrei zur Verfügung steht.

Um dem Wunsch einer schnellen Aktualisierung bei Bedarf nachzukommen, sind Aktualisierungen in regelmäßigen Abständen etwa jährlich geplant. Für eine Aktualisierung 2006 trafen Vorschläge von Anwendern bei der Arbeitsstelle für Standardisierung ein. Diese Vorschläge sind von den Musikabteilungen der Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, der Bayerischen Staatsbibliothek München und dem Deutschen Musikarchiv der Deutschen Nationalbibliothek geprüft worden.

Der Standardisierungsausschuss hat in einem Umlaufverfahren im September 2006 die Zustimmung zu einer Veröffentlichung und Inkraftsetzung der Aktualisierung 2006 erteilt. Eine Veröffentlichung in elektronischer Form ist in Vorbereitung und für Herbst 2006 geplant.

4. IFLA Meeting of Experts on an International Cataloguing Code in Seoul

Wenige Tage vor Beginn des World Library and Information Congress hat vom 16. bis 18. August 2006 das 4. IFLA Meeting of Experts on an International Cataloguing Code (IME ICC4) für den asiatischen Raum in der Nationalbibliothek von Korea in Seoul stattgefunden und war mit 49 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus insgesamt 17 Ländern sehr gut besucht. Der Bericht über das IME ICC3 für den Mittleren Osten, das vom 12. bis 14. Dezember 2005 in Kairo, Ägypten, stattgefunden hat, ist parallel zur Tagung im Verlag Saur erschienen. IME ICC5 wird 2007 im Vorfeld der IFLA-Konferenz in Durban, Südafrika die Reihe regionaler Expertentreffen abschließen. Im Anschluss an die Tagung in Afrika soll der gemeinsam erarbeitete Entwurf der Katalogisierungsprinzipien in ein weltweites Stellungnahmeverfahren eingebracht werden. Die Veröffentlichung der endgültigen Fassung ist für 2008 vorgesehen.

Die neuen internationalen Katalogisierungsprinzipien sollen die bisherigen Paris Principles aus dem Jahr 1961 ablösen. Sie sollen in gleicher Weise für die Formal- und Sacherschließung gelten und nicht nur für den einzelnen Katalog bestimmt sein, sondern auch für Daten in (globalen) Netzen zutreffen. Sie sehen die Verwendung von Normdaten vor und beruhen auf den IFLA-Modellen „Functional Requirements for Bibliographic Records“ (FRBR) und „Functional Requirements for Authority Records“ (FRAR) und demnächst den „Functional Requirements for Subject Authority Records (FRSAR)“, die die gemeinsame Nutzung von Daten unterstützen.

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Neues aus den IFLA-Sektionen Cataloguing und Classification and Indexing

Cataloguing Section intern
Nach dem Ausscheiden des Informationskoordinators, Patrick Le Bœuf von der Bibliothèque nationale de France, wurde Bill Garrison (Syracuse University Library) zum neuen Herausgeber von „SCATNews“, dem Newsletter der Sektion gewählt sowie John Hostage (Harvard Law School Library) zum Verantwortlichen für die Seiten der Sektion im IFLAnet. Zur Verbesserung des Informationsflusses wurde beschlossen, die bisher für den internen Informationsaustausch der Mitglieder des Standing Committee genutzte Mailingliste CATSmail für alle Interessenten zu öffnen.

ISBD Review Group
John Byrum, der den Vorsitz der ISBD Review Group seit 1986 innehatte, ist in Ruhestand gegangen. Seit April 2006 ist Elena Escolano Rodríguez von der Spanischen Nationalbibliothek die neue Vorsitzende der ISBD Review Group. Die ISBD Review Group hat derzeit zwei Arbeitsgruppen: die Study Group on Future Directions of the ISBDs und die Material Designation Study Group.

Die von Dorothy McGarry geleitete Study Group on Future Directions of the ISBDs hat den Entwurf einer konsolidierten Fassung der ISBD Mitte Juli für das weltweite Stellungnahmeverfahren im IFLAnet zur Verfügung gestellt. Kommentare werden bis Mitte Oktober entgegengenommen. Nach Sichtung und Bewertung aller Rückmeldungen wird die Studiengruppe der ISBD Review Group einen endgültigen Text zur Genehmigung vorlegen, der im Anschluss daran dem Standing Committee der Cataloguing Section vorgelegt werden wird. Die Study Group ist zuversichtlich, dass die konsolidierte Fassung der ISBD im Frühjahr 2007 veröffentlicht werden kann.

Die Material Designation Study Group beschäftigt sich überwiegend mit Fragestellungen, die durch die Arbeit der ISBD Future Directions Study Group aufgeworfen werden. Die Vorsitzende der Gruppe ist Lynne Howarth von der Faculty of Information Studies der Universität von Toronto.

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FRBR Review Group
Die FRBR Review Group, die nach dem Ausscheiden von Patrick Le Bœuf nunmehr von Pat Riva, McGill University Libraries, geleitet wird, hat gegenwärtig drei Arbeitsgruppen:

  1. Working Group on the Expression entity
    Die Gruppe hat mittlerweile einen Vorschlag zur Präzisierung der Entität „expression“ in den FRBR vorgelegt, der in der nächsten Zeit zur Stellungnahme veröffentlicht werden soll.
  2. Working Group on Aggregates
    Die Arbeitsgruppe traf sich in Seoul zu ihrer ersten Sitzung und will im Verlauf des nächsten Jahres anhand von Beispielen prüfen, ob die FRBR im Hinblick auf aggregierte Werke präzisiert werden müssen und gegebenenfalls Vorschläge erarbeiten.
  3. Working Group on FRBR/CRM dialogue
    Diese Gruppe arbeitet an einem objektorientierten Datenmodell für die FRBR, das sich sowohl für die Anwendung in Bibliotheken als auch in Museen eignen soll.

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Working Group on Functional Requirements and Numbering of Authority Records
Die Working Group on Functional Requirements and Numbering of Authority Records wurde im April 1999 durch die IFLA Division of Bibliographic Control und das damalige IFLA Universal Bibliographic Control and International MARC Programme (UBCIM) ins Leben gerufen. Ihre Aufgabe ist es, die funktionellen Anforderungen an Normdatensätze zu definieren und die Machbarkeit einer internationalen Standard-Normdatennummer (International Standard Authority Data Number (ISADN)) zu untersuchen.

Im Juni 2005 legte die Working Group on Functional Requirements and Numbering of Authority Records (FRANAR), die im April 1999 ins Leben gerufen wurde, als erstes Teilergebnis ihrer Arbeit den Entwurf eines konzeptionellen Modells für Normdatensätze vor (Functional Requirements for Authority Records: a Conceptual Model, draft 2005-06-15 ), der zur weltweiten Stellungnahme veröffentlicht wurde.

Die Kommentare wurden auf einer Arbeitsgruppensitzung im Dezember 2005 und nachfolgend schriftlich und in mehreren Telefonkonferenzen diskutiert. Im Ergebnis wurde das konzeptionelle Modell inhaltlich bestätigt, der Entwurf aber zur besseren Verständlichkeit textlich überarbeitet, stringenter aufgebaut, die Kernaussagen geschärft und die Begrifflichkeiten besser verdeutlicht. In Seoul wurden die eingearbeiteten Textänderungen abschließend vorgestellt und von der Arbeitsgruppe angenommen. Der Entwurf wird unter leicht verändertem Titel als „Functional Requirements for Authority Data: a Conceptual Model (FRAD)“ der Division vorgelegt werden. Wegen der umfangreichen textlichen Veränderungen schlägt die Arbeitsgruppe vor, nochmals ein weltweites Stellungnahmeverfahren durchzuführen.

Als zweites wichtiges Ergebnis ihrer Arbeit wird die Arbeitsgruppe einen Bericht zur Machbarkeit einer internationalen Standardnummer für Normdaten vorlegen, in dem Erfahrungen aus anderen Standardnummernprojekten analysiert werden und abschließend empfohlen wird, die Konzeption einer einheitlichen Normdatennummer nicht weiter zu unterstützen und anstatt dessen die Aktivitäten beim Aufbau eines Virtual International Authority File (VIAF) zu intensivieren.

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Virtual International Authority File (VIAF)
In dem Projekt entwickeln die Library of Congress (LC), die Deutsche Nationalbibliothek (DNB) und OCLC Online Computer Library Center – zunächst für Personennamen – gemeinsam eine virtuelle internationale Normdatei, in der die Normdatensätze der nationalen Normdateien frei zugänglich im Web miteinander verbunden werden sollen. Es wurde nachgewiesen, dass die Datensätze des Library of Congress Name Authority File (LCNAF) und der Personennamendatei (PND) verlässlich über ein automatisches, algorithmusgesteuertes Verfahren abgeglichen und zusammengeführt werden können. Ein Hauptaspekt des Projektes liegt in der Entwicklung der Algorithmen für das automatische Abgleichverfahren. Dafür wurden neben den in den Normdateien enthaltenen Merkmalen auch solche aus den zugehörigen Titeldaten ausgewertet. Neben den beiden Personen-Normdateien wurden deshalb auch die Titeldatenbestände der LC und der DNB sowie die mit PND-Sätzen verbundenen Titeldaten des BibliotheksVerbundes Bayern für den Abgleich genutzt. Der entstandene VIAF-Grundbestand umfasst über sechs Millionen Namen mit mehr als einer halben Million Links. Nächste Projektschritte nach dem Aufbau der VIAF-Datenbank werden die Einführung eines Update-Services sowie von Benutzerservices sein. Längerfristig zielt das VIAF-Projekt darauf ab, weitere nationale Normdateien sowie weitere Normdatenarten – für Geografika, Körperschaften und Werktitel – einzubeziehen und in einem gemeinsamen, weltweiten Normdatenservice zusammenzuführen.

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Working Group Functional Requirements for Subject Authority Records (FRSAR)
Die Working Group Functional Requirements for Subject Authority Records (FRSAR) definiert die FRBR-Entitäten der Gruppe 3. Dabei geht es um die Frage, welche Typen von Dokumentinhalten sich bilden lassen, z.B. abstrakte Themen, historische Einzelereignisse, geographische Räume usw. Diese sollen sich künftig in den Strukturen von Normdateien wiederfinden und die internationale Austauschbarkeit dieser Daten erhöhen. Gleichzeitig wird damit ermöglicht, Treffer in Bibliothekskatalogen nach inhaltlichen Gesichtspunkten sinnvoll und benutzerfreundlich zu gruppieren.

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Working Group on Guidelines for Subject Access by National Bibliographic Agencies
Die Working Group on Guidelines for Subject Access by National Bibliographic Agencies hofft, bis zum Sommer 2007 erste Ergebnisse vorstellen zu können. Nach der Auswertung der Indexierungspolitik verschiedenster Nationalbibliotheken werden die Faktoren beleuchtet, die die Methodik und Tiefe der Inhaltserschließung bestimmen und Empfehlungen für internationale Mindeststandards abgeleitet. Diese werden sich an den Kundengruppen der Bibliografien und den erschlossenen Dokumenttypen orientieren.

IFLA-CDNL Alliance for Bibliographic Standards (ICABS)

Bei der Gründung von ICABS im Jahr 2003 haben die Mitglieder beschlossen, die Arbeit der Core Activity nach Ablauf von 3 Jahren zu evaluieren. Hierzu wurde bereits im Sommer eine Online-Befragung durchgeführt. Das ICABS Advisory Board hat während seiner Sitzung in Seoul die Ergebnisse der Umfrage und seine künftige strategische Ausrichtung diskutiert. Man hat sich darauf verständigt, ICABS auf jeden Fall weiterzuführen, allerdings den Strategieplan umzustrukturieren und Außendarstellung sowie Berichterstattung an den Themenbereichen von ICABS zu orientieren und nicht wie bisher an den beteiligten Institutionen. Die Deutsche Nationalbibliothek hat sich bereit erklärt, den Vorsitz im Advisory Board für weitere drei Jahre zu übernehmen und damit auch weiterhin das Sekretariat zu stellen. Der umgestaltete Strategieplan soll Ende des Jahres den IFLA-Gremien zugeleitet werden. Auf eine formelle Evaluierung soll zu diesem Zeitpunkt verzichtet werden.

Wie bereits in den vergangenen Jahren war ICABS mit zwei Fachveranstaltungen beim Weltkongress Bibliothek und Information präsent: Im Rahmen der ICABS-Veranstaltung „The changing role of the catalogue in supporting resource discovery and delivery” wurde in zwei Vorträgen die Fragen untersucht, ob Katalogisierung angesichts der jüngsten Entwicklungen im Bereich elektronischer Ressourcen noch notwendig ist bzw. wie die Rahmenbedingungen für die Erschließung aussehen müssen. Der dritte Vortrag innerhalb der Veranstaltung ging auf eher technische Aspekte ein und bot einen Überblick über Standards zum Information Retrieval. Erfreulicherweise hat sich im Anschluss an die Vorträge in dieser Veranstaltung eine lebhafte Diskussion entwickelt.

Die zweite Fachveranstaltung wurde von der IFLA Core Activity UNIMARC, einem der Allianzpartner von ICABS, mit dem Titel „Scripts, UNIMARC and UNICODE“ durchgeführt. In insgesamt fünf Vorträgen wurden die Herausforderungen und Lösungswege bei der Verarbeitung von nicht lateinischen Schriften im Zusammenhang mit bibliografischen Daten dargestellt. Das Spektrum reichte dabei von der kyrillischen Schrift über chinesische und japanische Schriftzeichen. Auch über die Einbindung nicht lateinischer Schriften im Rahmen des Projektes TEL-ME-MOR wurde referiert.

Beide ICABS-Veranstaltungen waren trotz frühmorgendlichem Beginn sehr gut besucht, was auf das große Interesse der Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer schließen lässt. Erste Überlegungen für das Programm bei der nächsten IFLA-Konferenz 2007 in Durban, Südafrika, wurden bereits angestellt. Im Rahmen des Open Programme der Division IV hat die Vorsitzende des Advisory Board über aktuelle Entwicklungen bei ICABS berichtet. Darüber hinaus wurde auch in diesem Jahr wieder in fast allen Sitzungen der Standing Comittees der Sektionen innerhalb der Divisionen IV und VI (Division of Management and Technology) von Mitgliedern der Allianz über ICABS informiert. Auch bei der Jahrestagung der Conference of Directors of National Libraries (CDNL), die stets parallel zur IFLA-Tagung stattfindet, wurde über die Fortschritte bei ICABS berichtet.

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Kompetenzzentrum für Interoperable Metadaten (KIM) - als DCMI Affiliate im deutschsprachigen Raum

Unter dem Namen "Aufbau eines 'Kompetenzzentrum Interoperable Metadaten (KIM)' als DCMI-Affiliate im deutschsprachigen Raum" werden die Deutsche Nationalbibliothek und die SUB Göttingen gemeinsam ein Konzept erarbeiten, wie die Zusammenarbeit zwischen lokalen bzw. nationalen Metadatenanwendern und der international etablierten Dublin-Core-Metadata-Initiative gestärkt werden kann.
Eine zentrale Aufgabe besteht dabei in der Bildung einer Kernarbeitsgruppe mit weiteren spezifischen Arbeitsgruppen, die durch die Begutachtung bereits existierender Anwendungsprofile ein gemeinsames Verständnis für adäquate und sinnvolle Anwendungen sowohl des Dublin-Core-Standards als auch des Semantic-Web-Modells entwickelt. Darüber hinaus ist der Aufbau einer nachhaltigen und tragfähigen Organisationsstruktur für den Erfolg des Affiliates von Bedeutung.
Die Ziele im Einzelnen:

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Die Deutsche Nationalbibliothek auf der Frankfurter Buchmesse

Besuchen Sie uns am Stand der Deutschen Nationalbibliothek vom 2. bis 8. Oktober 2006 auf der Frankfurter Buchmesse in Halle 4.2, Stand-Nr. M 455.

 

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http://www.d-nb.de/standardisierung/afs/newsletter.htm

ISSN 1862-5959

Herausgeber:
Deutsche Nationalbibliothek, Arbeitsstelle für Standardisierung, Adickesallee 1, 60322 Frankfurt am Main

Für Fragen und Anregungen an die Redaktion wenden Sie sich bitte an: afs@d-nb.de.

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E-Mail-IconRenate Gömpel