Sammlung historischer Abspielgeräte
Die Sammlung historischer Abspielgeräte im Deutschen
Musikarchiv bietet, auch wenn sie keineswegs vollständig ist,
einen guten Überblick über die wichtigsten Abspieltechnologien
in der Tonträgergeschichte. Der Erwerb von Sammlernachlässen
und historischen Tonträgersammlungen brachte immer wieder auch
Abspielgeräte, die zu den Sammlungen gehörten, in den Bestand
des Musikarchivs. In der Dauerausstellung "Zur Geschichte des
Tonträgers", die das Deutsche Musikarchiv seit einigen Jahren
mit Unterstützung des Karstadt-Konzerns in seinen Räumen zeigt,
bilden die historischen Abspielgeräte eine gute Ergänzung zu
den ausgestellten Tonträgern und ihren Vorläufern.
Alle Geräte sind restauriert und betriebsbereit und bieten so
die Möglichkeit, zu sehen und zu hören, wie bestimmte Tonträger
abgespielt wurden und wie sie klangen. Unter den Abspielgeräten
befinden sich einige seltene Stücke, wie z. B. das
Heißluft-Trichtergrammophon Paillard Polyeucte Mod. 205, der
Steck-"Duo-Art"-Reproduktions-Flügel der amerikanischen Firma
Aeolion oder ein Mikiphone Pocket Phonograph, eines der
kleinsten Grammophone, die jemals gebaut wurden.
Metall-Lochplattenspieldose in Schatullenform
Firma: Bruno Rückert Orphenion-MW Fabrik Leipzig (Fregestr. 7
und Sedanstr. 5 - 7) 1891-1897
Typ: Modell 71; Baujahr: zwischen 1892 und 1894
Lochplattenspieldosen waren die Nachfolger der
Stiftwalzen-Spieldosen.
Die auswechselbaren Metall-Lochplatten haben an ihren Rändern
eine Perforierung, über die der Antrieb durch einen Federmotor
erfolgt.
Edison "Standard" Phonograph. Edison-Walzen-Phonograph mit
Einfachfederlaufwerk
aus den Jahren 1902 - 1905
Der Phonograph (Neologismus, Griechisch, "Schall-" oder "Klangschreiber") ist ein akustisch-mechanisches Aufnahme- und Abspielgerät.
Walzen-Phonograph
Firma: Pathé-Frères; Typ: "Modèle No. O"; Baujahr: ca. 1903;
Preis: 22,50 Francs
Im Jahr 1903 begann die Firma Pathé-Frères im Pariser Vorort Chatou Phonographen zu produzieren. Es waren zunächst 5 verschiedene Geräte im Angebot. Das einfachste und billigste Gerät hatte die Bezeichnung "Modèle No. O" und kostete nur 22.50 Francs. Der teuerste Apparat (Modèle No. 4) kostete 175 Francs.
Grammophon-Umbau auf der Grundlage eines "Monarch Gramophones", (ca. 1903 - 1905), mit Schwanenhals-Tonarm, großem Schalltrichter und "Goldring"-Schalldose
Das Monarch Gramophone ist eines der ersten Geräte mit dem so genannten Schwanenhals-Tonarm. Er war eine Neuerung und verminderte das Auflagegewicht der Nadel. Beim Umbau wurde das Monarch Gramophone, das einen großen Schalltrichter besitzt, mit einem Trichter versehen, der noch größer und geschwungener ist. Die am Tonarm angebrachte Schalldose ist späteren Datums (enthält eine Metallmembrane), um 1920.
Deutsche Grammophon AG 1905
Dieses Grammophon, das von der "Deutschen Grammophon AG" 1905 eingeführt und vertrieben wurde, hat einen "Berliner-Motor", der diagonal im Holzkastengehäuse angeordnet ist. Die Kurbel zum Aufziehen des Federmotors wurde von oben aufgesteckt. Der vernickelte Trichter ist charakteristisch für die Geräte der Firma "Gramophone and Typewriter" und ihre europäischen Zweigfirmen. Dieses Gerät hat als Einsteigermodell das "Improved Model" oder "No. 3" abgelöst.
Spindelloser Walzen-Phonograph
Firma: Biedermann & Czarnikov Typ: Puck (Modell ohne
Antriebsverkleidung); Baujahr: ca. 1905
Um 1900 gab es nur wenige Hersteller von Phonographen. Dominiert wurde der Markt von Produkten der Firmen "Edison", "Columbia" oder "Pathé Frères".
Platten-Graphophone Typ "AU" von der Firma "Columbia" gebaut, von der Firma "Standard Talking Machine Company of Chicago" als Typ "AA" vertrieben (Baujahr 1905)
Das erste von der "Standard Talking Machine Company of
Chicago" verkaufte Gerät mit der Typen-Bezeichnung "AA". Das
Gerät verfügt über kein Gehäuse, der Federmotor und die
Mechanik sind daher gut sichtbar.
Das Gerät wurde eigentlich von der Firma "Columbia"
hergestellt. Es handelt es sich um ein "Columbia Platten
Graphophon Typ AU" mit einer umgebauten Plattenteller-Spindel.
Der Preis des von "Columbi"" verkauften Gerätetyps "AU" betrug
12 US-Dollar. Das Gerät erschien bereits 1904 auf dem Markt.
Die Geräte der "Standard Talking Machine Company" wurden durch
den Einzelhandel vertrieben, es handelt sich um ein Gerät der
"Einsteigerklasse".
Heißluft-Trichtergrammophon (Schweiz 1907)
Hersteller/Typ: Paillard Polyeucte Mod. 205
Antrieb: 2-Zylinder Heißluftmotor (Sterling-Prinzip)
Trichtergrammophone wurden jahrzehntelang durch Federmotoren angetrieben, bis sich in den 30er Jahren der Elektromotor durchzusetzen begann. Eine große Ausnahme bildeten die Grammophone der Firma Paillard. Diese Grammophone, von Paillard als Maestrophone bezeichnet, wurden von einem Heißluftmotor - auch als Stirling-Motor bekannt - angetrieben.
Deutsches Grammophon aus einer nicht identifizierbaren Kleinserie mit Pathe-Schalldose und Pathe-Blumentrichter (ca. 1908 - 1912)
Ein weiteres Beispiel aus einer Grammophon-Kleinserie
deutscher Fabrikation. Der Korpus des Gerätes ist aus
Deutschland, auch die Tonarm- bzw. Trichterstütze und der
Federmotor sind aus deutscher Produktion (Carl Lindström GmbH).
Der Tonarm und der Trichter selbst stammen von der
französischen Firma Pathé.
Das Gerät wurde offensichtlich für das Abspielen von
Pathé-Schellackplatten gefertigt. Die Pathé-Platten verwendeten
das Tiefenschriftverfahren, das sie von der Firma Edison per
Lizenz erworben hatten. Erst 1929 gab die Firma Pathé die
Tiefenschrift zu Gunsten der Seitenschrift auf. Pathé-Platten
wurden von innen nach außen abgespielt und liefen mit etwa 100
Umdrehungen pro Minute. Die Platten wurden mit einem Saphir
abgetastet und waren gewöhnlich beidseitig bespielt (bis auf
die Platten des Jahres 1906).
Edison "Fireside Model-A Combination Phonograph" von 1909 / USA
Im Gegensatz zu den ersten Edison-Walzenphonographen, die nur Hartwachswalzen mit einer Spieldauer von zwei Minuten wiedergeben konnten, hat der "Fireside-Phonograph" eine Schalldose und eine Mechanik, die durch einen Umschaltvorgang das Abspielen von Zylindern (bzw. Walzen) von wahlweise zwei oder vier Minuten Spielzeit ermöglichte. Außerdem war das Gerät zum Abspielen von Wachs- und Zelluloid-Zylindern geeignet.
Grammophon-Umbau auf der Grundlage eines Junior-Monarch-Grammophons der Gramophone Company, ca. 1910, versehen mit einer Parlophon-Schalldose (Carl Lindström AG Berlin)
Der Motor des Junior Monarch hat nur eine Antriebsfeder - gerade ausreichend, um eine Plattenseite abzuspielen. Das Gerät verfügt über einen Schwanenhals-Tonarm.
Edison-Diamond-Disc-Phonograph "Model W-250 William an Mary" aus dem Jahr 1917/1918 mit Doppelfedermotor (damaliger Preis: 250, später 285 US Dollar)
Durch die Einführung von Emile Berliners Schellackplatten und den dazugehörigen Grammophonen wurde bald klar, dass die Edison-Walze (oder Edison-Zylinder) ins Hintertreffen geraten würde. Daher versuchte Edison diesem Trend entgegenzusteuern. 1913 stellte er ein eigenes Schallplattenformat vor, die Diamond Disc. Wie auch bei den Edison-Walzen, verwendete dieses System ausschließlich Tiefenschrift und konnte nur auf einem so genannten Diamond-Disc-Phonographen abgespielt werden.
"No Name" Tisch-Grammophon von Anfang 1920 mit "Polyphon-Schalldose"
Diese "No-Name-Geräte" wurden in breiter Auswahl von Kaufhäusern, Fahrradgeschäften und Metallwarenläden angeboten. Sie wurden in Kleinserien von Handwerksbetrieben unter Nutzung von Grammophonteilen aus der Serienproduktion großer Hersteller gefertigt. Der Trichter verläuft hornartig innerhalb des Holzkorpus, endet in der Vorderfront und lässt sich durch zwei Klapptüren verschließen. Im zusammengeklappten Zustand erinnert dieses Grammophon an eine Truhe bzw. große Schatulle.
Die Schalldose ist mit Sicherheit später installiert worden. Hier handelt es sich um ein Markenprodukt Typ "Expression" der Firma Polyphon (Polyphon Musikwerke AG / Leipzig, später auch Berlin).
Teleskoptrichter-Kameraphon (England 1923)
Typ: Peter Pan
Antrieb: Einfach-Federlaufwerk
Bemerkenswert ist die Konstruktion des Teleskoptrichters
dieses Miniaturgrammophons: In zusammengeklapptem Zustand wird
der Trichter in lose Einzelteile zerlegt und mit allen anderen
Teilen des Miniaturgerätes in der Holzbox, die gleichzeitig der
Korpus des Grammophons ist, aufbewahrt. Diese Reminiszenz an
die damals verbreiteten Box-Fotoapparate ist auch der Grund,
warum heute kaum noch komplette Geräte zu finden sind.
Die Tonwiedergabe ist, wie bei allen Miniaturgrammophonen, ein
Kompromiss.
Spielzeuggrammophon (Deutschland ca. 1924)
Typ: Pigmyphon
Antrieb: Spielzeug-Federwerk
Das Gerät konnte zerlegt und alle Teile (Trichter,
Schalldose, Schlüssel etc.) in der Blechschachtel, die
gleichzeitig Korpus des Grammophons ist, verstaut werden.
Zur damaligen Zeit waren Kindergrammophone ein weit
verbreitetes Spielzeug. Für diese Art Grammophone wurden
besondere Kinder-Schellackplatten produziert, Platten mit
Märchen oder Kinderliedern. Nur wenige Geräte haben bis heute
überdauert.
Triphonola (Baujahr etwa 1925) der Firma Hupfeld auf der Basis eines Klaviers der Firma Rönisch
Es handelt sich um ein Klavier mit eingebauter pneumatischer Selbstspielvorrichtung (Reproduktionsklavier). Der Spieler des Klaviers setzt über eine Pedalvorrichtung einen pneumatischen Mechanismus in Gang (Blasbälge bzw. Windladen), der Informationen von einer mit Lochstanzungen versehenen Papierrolle (Notenrolle) in Tasten- und Pedalbewegungen des Klaviers umsetzt: das Musikstück erklingt.
Steck-"Duo-Art"-Reproduktions-Flügel der amerikanischen Firma Aeolion (Baujahr etwa 1925)
Dies ist ein in Europa sehr selten anzutreffendes Musikinstrument mit pneumatischer Selbstspielvorrichtung (Pedale und elektrischer Antrieb).
Der Reproduktionsflügel gehört zu den "Kunstpielklavieren".
Er wird einerseits von einem Notenband (Klavierrolle)
gesteuert, welches die vorzutragende Komposition in
mechanischer Übertragung enthält, bietet aber andererseits dem
das Instrument bedienenden Spieler die Möglichkeit, den Vortrag
nach eigenem Gutdünken zu beeinflussen.
Weiterführende Informationen
Ultraphon der Firma "Deutsche Ultraphon Gesellschaft". Ein Grammophon mit Raumklangsimulation (Baujahr 1925)
Das Grammophon mit der Bezeichnung "Ultraphon" wurde von H. J. Küchenmeister im Herbst 1925 im Berliner Hotel Esplanade erstmalig der Weltöffentlichkeit vorgeführt.
Bei diesem Grammophon werden statt einem zwei komplette Tonarme mit Membranen und Nadeln verwendet, die beide in je einem Trichter enden, von denen der eine gegen den anderen um 90 Grad versetzt ist. Die zu dem einen Trichter gehörende Nadel ist exakt 8,4 cm vor der Nadel des zweiten Trichters angeordnet. Durch das gleichzeitige Abspielen (beide Nadel laufen in der gleichen Rille hintereinander) entsteht eine künstliche Zeitdifferenz um etwa 1/100 Sekunde. Der Zuhörer erhält so den Eindruck einer Art Raumwirkung.
Kleinstgrammophon (Schweiz 1926)
Hersteller/Typ: Mikiphone Pocket Phonograph
Antrieb: Miniatur-Einfachfederwerk
Besonderheiten: Das Mikiphone ist das kleinste
funktionsfähige Taschengrammophon der Welt. Das Gerät konnte
zum Transport komplett zerlegt und alle Teile durch eine
raffinierte Platzgestaltung in der runden Stahlblechdose
(Durchmesser 12 cm) verstaut werden. In zusammengeklapptem
Zustand lässt rein äußerlich nichts darauf schließen, dass es
sich hierbei um ein Miniaturgrammophon handelt.
Neben Pocketplatten konnten auf diesem Gerät auch normale
Schellackplatten bis zu einem Durchmesser von 25 cm abgespielt
werden. Gleichlauf und Wiedergabequalität waren ein der
Miniaturisierung geschuldeter Kompromiss.
Schrank-Grammophon Electrola Typ "Upright Grand Model 202" aus dem Jahr 1927/28 (Ausführung in Eiche)
Das Gerät gilt als eine Art Rolls Royce unter den
akustischen Grammophonen und spiegelt den End- und Höhepunkt in
der Entwicklung der rein akustischen Wiedergabe von
Schellackplatten wieder.
Um die Nachteile des Trichtergrammophons (Eigenresonanzen des
Trichtermaterials und Frequenzgangsverzerrungen) zu minimieren,
fanden in diesem Gerät diverse technische Neuerungen Anwendung.
In die Technik des Geräts sind alle physikalischen Erkenntnisse
über die Schallwandlung der damaligen Zeit eingeflossen.
Weiterführende Informationen
Trichter-Lautsprecher
Firma: MEMBRA (Konski & Krüger); Typ: Cellovox; Baujahr:
1928 ?
Die Firma "Konski & Krüger, Fabrik elektrischer und
mechanischer Apparate, Telefon- und Telegrafenbau, Berlin N4,
Chausseestr. 117" war seit 1923 in der Rundfunkbranche durch
ihre MEMBRA-Erzeugnisse, Lautsprecher und Systeme bekannt.
Der Trichterlautsprecher Cellovox besteht aus einem
Plastikgehäuse, in dem sich die Spule und die Membrane
befinden. Der Trichter ist aus Blech und läßt sich um 360°
schwenken. Unter dem Plastikgehäuse der Spule befindet sich ein
Regelwiderstand zur Lautstärkeregelung. Der Lautsprecher wurde
an Radios ohne Lautsprecher oder als Zweitlautsprecher
angeschlossen. Sein Design ist dem Art Deco zuzurechnen.
Bereits Anfang der 1930er Jahre verschwanden die
Trichterlautsprecher von der Bühne, wohl wegen ihres
unbefriedigenden, von Eigenresonanzen geprägten, Klangs. Sie
sind sehr selten.
Art-Deco-Lautsprecher der Firma Philips, Modell 2007, aus dem Jahr 1928
Dies ist ein herausragendes Beispiel für frühes Industriedesign im Bereich der Rundfunktechnik. Die elektromagnetische Schwingspule und der Papierkonus des eigentlichen Lautsprechers befinden sich in der vorderen kleinen Bakelitschale. Die dahinter befindliche Parabolschüssel dient nur als Reflektor zur Abstrahlung des Schalls. Über drei verschiedene Bananenstecker konnte eine unterschiedliche Impedanz des Lautsprechers eingestellt werden. Der Lautsprecher hat den stattlichen Durchmesser von 45 cm. Der Werkstoff Bakelit wurde bei Philips in "Philite" umbenannt. Es ist kaum möglich zwei gleiche Lautsprecher dieses Typs zu finden, da alle per Hand gefertigt wurden und das Muster der Philite-Masse bei jedem Stück im Farbton variiert.
Elektromotorgetriebenes Laufwerk für Schellackplatten mit
Tonarm für die Installation eines elektrischen Tonabnehmers der
Firma "Dr. Max Levy", Baujahr: um 1930 / Deutschland
Elektrischer Tonabnehmer mit Hufeisenmagnet Firma "J.B.
Woodroffe" (etwa 1928 - 1930)
(Zur elektrischen Plattenwiedergabe benötigte man einen
Verstärker und einen Lautsprecher bzw. ein Radio mit
Verstärkereingang)
Diese Geräte waren für den Dauerbetrieb konzipiert. Man fand
sie in Lichtspieltheatern, Tanzdielen, auf Schiffsbrücken von
Bäderdampfern etc.
Details: Der Plattenteller wird vom Elektromotor über einen
Gummiriemen angetrieben. Das Laufwerk besitzt eine
Abschaltautomatik.
Elektrisches Schallplatten-Abspielgerät
Firma: Wünsch & Marcrander, Leipzig; Typ: Wümaphon; Baujahr:
ca. 1930
Das Wümaphon ist ein "elektrisches Laufwerk auf Standfuß"
der Firma "Wünsch & Marcrander, Leipzig C 1, Gerberstr. 19
- 27". Die Firma war auf den Bau von "elektrischen
Einbau-Laufwerken für Gleich- u. Wechselstrom" für
Plattenspieler spezialisiert.
Weiterführende Informationen
Doppelschirm-Fernempfänger Typ: "Telefunken 122 WL" mit integriertem Lautsprecher, Baujahr: 1932 / Deutschland
"W" steht für Wechselstrom und "L" steht für integrierten Lautsprecher. Das Gerät kostete 139 RM
Besonderheiten:
Zitat: "Die Spitzengeräte sind daher von Telefunken mit dem so
genannten 'Selbsttrenner' ausgerüstet; d.h. wenn man mit dem
einzigen vorhandenen Abstimmknopf ohne einen weiteren
Bedienungsgriff die neue Autoskala auf den gewünschten
Sendernamen einstellt, so ist damit auch gleichzeitig diese
Station eindeutig von Nachbarstationen getrennt und an dem
betreffenden Empfangsort in der überhaupt erzielbaren Güte ohne
weiteres zu hören" (aus der Sondernummer zur Großen Deutschen
Funkausstellung 1932)
Weiterführende Informationen
Elektrisches Schellackplatten-Abspielgerät
Firma: Telefunken; Typ: Bayreuth 37 W; Baujahr: 1937; Preis: 98
RM
Es handelt sich bei dem Gerät um eine "Untersatz-Schatulle
für Rundfunkempfänger mit ausziehbarer Plattenspieleinrichtung,
vollautomatischem Ausschalter, Nadelautomat und
Lautstärkeregler" (Original-Werbetext der Firma Telefunken von
1937).
Das Gerät ist ein so genannter Direktläufer, d.h. der
Plattenteller sitzt auf einer Achse mit dem Antriebsmotor.
Weiterführende Informationen
Superhet-Radioempfänger
Firma: Saba; Typ: 455 WK; Baujahr 1938; Preis: 280 RM
Der Großsuper 455 WK (8 Kreise) ist mit den 1938 neu
herausgebrachten Stahlröhren bestückt. Erstmalig verwendete
Saba bei diesem Super einen regelbaren Dreikreis-ZF-Bandfilter.
Durch die Kombination der mechanischen Kopplung des
Dreikreisfilters mit dem Klangregler und der zusätzlichen
NF-Gegenkopplung wurde eine entscheidende Klangverbesserung
erreicht.
Weiterführende Informationen
Semiprofessionelles elektrisches Tonfolien-, Schneid- und
Wiedergabegerät
Firma: Telefunken; Typ: Ela A 107/1; Baujahr: 1938
Es handelt sich um ein Koffergerät, der Kofferdeckel ist abnehmbar. Auf der Frontplatte befindet sich der Plattenteller, darunter die Tonarmführung. Das Gerät besitzt zwei separate Tonarme. Der erste Tonarm auf der rechten Seite des Plattentellers verfügt über eine Schneidedose mit einem speziellen Schneidstichel, während der zweite Tonarm auf der abgewandten Seite des Plattentellers einen Tonabnehmer trägt.
Universal-Rundfunkempfänger mit Plattenspieler und
Magnet-Drahtton-Gerät
Firma: Schaub und Schaub-Lorenz, Typ: Supraphon 52, Baujahr:
1952
Es handelt sich hier um einen so genannten Superhet-Empfänger (8 Kreise FM und 6 Kreise AM) mit 15 Röhren und permanentdynamischem Lautsprecher ohne Erregerspule. Das besondere an diesem Gerät ist das Plattenspieler- und Magnetton-Teil im oberen Teil des Gerätes. Es handelt sich dabei um eine Kombination von einem konventionellen Plattenlaufwerk mit Saphirabtaster und einem Drahtton-Gerät. Das Gerät wiegt 34 kg!
"Tefifon T 5521" / Kombination von Radio und Schallbandspieler (Baujahr: wahrscheinlich um 1955)
Besonderheiten: Die Firma Tefi stellte nur die
Rundfunk-Chassis der Geräte T 602 Claudia (1959) und die
Koffergeräte selbst her. Alle anderen Chassis stammen von
Fremdfirmen, sehr wahrscheinlich auch das Chassis in dem
vorliegenden Gerät Tefifon T 5521.
Unter dem Deckel des Geräts liegt rechts der Schallbandspieler
KC 1, links daneben ist eine Kassettenablage eingebaut. An der
Vorderfront des Gerätes sitzt ein mechanischer Rillenanzeiger
des Laufwerkchassis.
Koffer-Phonosuper mit eingebautem Plattenspieler
Firma: Metz; Typ: Babyphon 56; Baujahr: 1956; Preis: 398,00
DM
Die Firma Metz hatte bereits 1950 mit dem "BabyMetz" den kleinsten Radioempfänger Deutschlands gebaut. 1954 stellt sie einen tragbaren Kofferempfänger auf Röhrenbasis her mit eingebautem Plattenspieler für 45er-Single-Platten (17 cm Durchmesser).
Elektromechanischer Spielzeugplattenspieler (für Kinder ab
5 Jahren)
Firma: VEB Spielwarenmechanik-Pfaffschwende; Typ: Juniorfon;
Baujahr: ca. 1972
Dieses Gerät ist eine Kuriosität: die Wiedergabe der Schallplatten erfolgt rein mechano-akustisch über eine Kunststoffmembran. Nur der Antrieb des sehr einfach gestalteten Gerätes wurde über zwei Monozellen realisiert. Bestückt wurde das Gerät mit speziellen Kleinst-Vinyl-Platten (58 mm und 80 mm Durchmesser), die nur für das Juniorfon produziert wurden. Das Laufwerk und die Wiedergabeeinheit entsprechen im Prinzip den Modulen, die in so genannten "Sprechpuppen" zur Anwendung kamen. In diesem Gerät wurde eine Technologie eingesetzt, die den alten mechanischen Grammophonen entlehnt war.
TeD-Bildplattenspieler TP 1005 (vorgestellt auf der Funkausstellung in Berlin 1973), sollte ab Januar 1974 für 1.148 DM in den Handel kommen
TeD = Television Disc. Die TeD-Bildplatte wurde von einem Firmenkonsortium (AEG-Telefunken / Teldec / Decca) entwickelt und bereits am 24.06.1970 in Berlin vorgeführt. Es handelt sich bei der TeD-Bildplatte um ein analoges Medium.
Laserdisc - die erste berührungslos abgetastete digitale Bildplatte (1983)
Techniker des niederländischen Konzerns Philips entwickelten für die erstmals 1970 gleichzeitig in der Bundesrepublik Deutschland und in Großbritannien vorgestellte Bildplatte (Videoplatte) ein neues, mit Laserstrahlabtastung arbeitendes, optisches System ("Laser Vision").