Langzeitarchivierung
Die Langzeitarchivierung von Netzpublikationen stellt eine besondere Herausforderung dar. Zum einen muss der Erhalt der digitalen Daten sichergestellt sein, zum anderen muss aber auch die Langzeitverfügbarkeit gewährleistet werden. Darunter versteht man den Erhalt der Interpretierbarkeit der Inhalte der digitalen Daten. Der ständige technische Fortschritt führt zu einer sich laufend ändernden Software und Hardware. Publikationen in neuen Dateiformaten müssen auf aktuellen Computersystemen genauso genutzt werden können, wie solche in längst obsoleten. Um dies zu ermöglichen, kann entweder eine frühere Systemumgebung auf einer aktuellen nachgestellt werden (Emulation) oder ein früheres Dateiformat in ein aktuelles konvertiert werden (Migration).
Die Deutsche Nationalbibliothek hat im vom Bundesministerium
für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt
kopal von 2004
bis 2007 zusammen mit Partnern ein kooperativ nutzbares
Langzeitarchiv aufgebaut. Dazu gehört auch die Verwaltung
von Informationen zur Unterstützung von Migration und Emulation
im Format
LMER
(Langzeitarchivierungsmetadaten für elektronische Ressourcen).
Zudem entstand mit der Open-Source-Software
koLibRI
(kopal Library for Retrieval and Ingest) ein nachnutzbarer
Rahmen für den Aufbau von Formatmigrationsabläufen. Im vom BMBF
geförderten Projekt
nestor soll
unter der Federführung der Deutschen Nationalbibliothek ein
Kompetenznetzwerk Langzeitarchivierung und
Langzeitverfügbarkeit digitaler Ressourcen für Deutschland
entstehen.