Transferfähigkeit von Netzpublikationen

Die Abgabe einer Netzpublikation (NP) an die Deutsche Nationalbibliothek setzt deren Transferfähigkeit voraus. Einer großen Zahl von Publikationen ist die Transferfähigkeit immanent, da sie dazu vorgesehen sind, über Datennetze von ihrem Veröffentlichungsort zum künftigen Nutzer transportiert und anschließend in dessen lokaler Umgebung gelesen zu werden. Dazu gehören z. B. Dokumente im Dateiformat PDF sowie Mehrdateiendokumente, die in einem Container (Archivdatei) zusammengefasst sind. Für Online-Hochschulschriften hat die Deutsche Nationalbibliothek bereits die Normierung eines Übermittlungsverfahrens für Mehrdateiendokumente erreicht. Es gibt jedoch technisch komplexe und dynamisch aufgebaute Publikationen, bei denen die Frage der Transferfähigkeit beantwortet werden muss, bevor ihre Übernahme in ein Archivsystem erwogen werden kann. Deshalb hier ein praktisches Beispiel und eine Checkliste für die Ermittlung der Transferfähigkeit.

Beispiel für Transferfähigkeit:

Transferfähigkeit ist gegeben, wenn der Herausgeber einer elektronischen Zeitschrift den kompletten Datenbestand seiner Publikation vom Original-Server auf sein nicht mit "außergewöhnlicher" Software ausgestattetes Notebook auf eine beliebige Hierarchiestufe in sein lokales Dateisystem kopieren kann, dann die Verbindungen des Notebooks zur Außenwelt (Netzwerk, Internet) kappt und anschließend keine Unterschiede in der "Benutzung" von Original und Kopie feststellbar sind, sodass er seine Publikation auf einer Konferenz völlig unabhängig von den Unwägbarkeiten der Datenkommunikation präsentieren kann.

Checkliste einiger relevanter Eigenschaften:

Im Zweifelsfall ist die Transferfähigkeit relativ leicht zu ermitteln, wenn das oben angegebene Beispiel anhand der konkreten Publikation nachvollzogen wird. Die Deutsche Nationalbibliothek möchte den Anteil der "transferfähigen" Dokumente durch Standardisierungsvorschläge und Ausbau der technischen Verfahren erhöhen. Dies betrifft hauptsächlich dynamische bzw. applikationsgebundene Dokumente.

 
E-Mail-IconRenate Weber